USB-Sticks und Speicherkarten Gema erhöht Speicher-Gebühren um 1850 Prozent

USB-Sticks und Speicherkarten werden von 1. Juli an erheblich mehr kosten: Die Verwertungsgesellschaft Gema erhöht die Abgabe auf Speichermedien um 1850 Prozent. Der genannte Grund: technischer Fortschritt.

USB-Sticks und Speicherkarten werden ab 1. Juli deutlich teurer. Dann greift der neue, einseitig von der Gema festgesetzte Tarif, mit dem die Abgabe auf diese Speichermedien von derzeit 10 Cent auf bis zu 1,95 Euro steiget, wie Gema-Sprecher Peter Hempel in München sagte.

Wer sich einen USB-Stick kauft, sollte noch bis Ende Juni zuschlagen: Ab 1. Juli dürften die Preise deutlich anziehen.

(Foto: dpa-tmn)

Grund für die Erhöhung von bis zu 1.850 Prozent sei der technische Fortschritt. Die Speicherkapazitäten für urheberrechtlich geschütztes Material seien in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen, sagte Hempel. Die Abgabe werde daher angepasst, die gestiegenen Speichermöglichkeiten würde aber sogar einen noch deutlicheren Anstieg rechtfertigen.

Er schränkte allerdings ein, dass die Festsetzung des Tarifs durch die Gema noch nicht endgültig sei. Eine Prüfung durch das Patentamt stehe noch aus. Diese könne aber bis zu ein Jahr in Anspruch nehmen.

Konkret sehen die Gema-Pläne vor, das die Abgabe von derzeit einheitlich 10 Cent pro Stick oder Karte künftig von der Speichergröße abhängig gemacht wird. Unter vier Gigabyte werden bei USB-Sticks künftig 91 Cent, darüber 1,56 Euro fällig. Bei Speicherkarten steigt der Tarif auf 91 Cent beziehungsweise 1,95 Euro.

Die Vereinbarung über Sticks und Karten zwischen der Gema und den Interessenverbänden der Branche war 2011 ausgelaufen. Eine Einigung auf einen neuen Vertrag scheiterte, woraufhin die Gema den Tarif nun einseitig festgesetzt hat.

Eine solche Abgabe fällt beim Kauf vieler Geräte mit Speichermöglichkeit an, beispielsweise Rohlinge, Smartphones, Computer oder MP3-Player. Diese sind aber in separaten Vereinbarungen geregelt.