US-Konzern Google verändert seinen Such-Algorithmus

  • Die Suchmaschine Google arbeite von Dienstag an mit neuem Algorithmus. Webseiten, die auf Smartphones gut leserlich sind, werden bei den Treffern nun bevorzugt.
  • Der Google-Algorithmus ist ein streng gehütetes Geschäftsgeheimnis. An der Qualität seiner Suchergebnisse hängen die Einnahmen des US-Konzerns.

Smartphone-optimierte Seiten bevorzugt

Google ändert an diesem Dienstag den Algorithmus für seine mobile Suche. Smartphone-freundliche Webseiten werden in der Trefferliste nun bevorzugt - also solche Seiten, die auch auf den kleinen Screens gut funktionieren, etwa, weil die Schrift groß genug ist oder Links so gestaltet sind, dass man sie bequem mit dem Finger antippen kann. Google will die Suche auf Mobilgeräten so angenehmer machen. Nach dem Update sollen nun auch Inhalte von Apps, die über einen Index verfügen, auf Google-Mobilplattform Android besser durchsuchbar sein.

Betriebsgeheimnis Algorithmus

Ob die neuen Ranking-Kriterien für Webseiten auch bei der Suche auf Desktop-Computern Auswirkungen haben, war noch unklar. Denn auch den neuen Algorithmus legt Google nicht offen. Nach welchem Verfahren der US-Internetkonzern Webseiten anzeigt und in welcher Reihenfolge, wissen nur Eingeweihte. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) forderte vergangenes Jahr, dass der Algorithmus transparenter gemacht werden müsse, distanzierte sich aber später davon. In einer Pressemitteilung versicherte das Unternehmen damals, dass die Suchergebnisse nicht von kommerziellen Interessen beeinflusst seien: "Die Untersuchungen der Wettbewerbsbehörden in USA und Europa haben dies bestätigt", hieß es. Die EU-Kommission hat inzwischen eine Beschwerde gegen Google eingereicht. Der Verdacht: Der Konzern ziehe bei der Suche nach Produkten den hauseigenen Preisvergleichs-Service "Google Shopping" vor.

Kampf um Anzeigen

Mit der Qualität seiner Suchergebnisse verdient der Internetkonzern sein Geld. Würden Nutzer die Treffer nicht hilfreich finden, würden sie zur Konkurrenz gehen - und dann würden Werbetreibende weniger Anzeigen in der Suchmaschine schalten. Etwa 50 Prozent der Suchanfragen an Google werden laut der Financial Times inzwischen auf Mobilgeräten gestellt. Zahlen, welche Werbeeinnahmen der Konzern dadurch macht, sind nicht bekannt. Beobachtern zufolge sinken die Preise für Online-Anzeigen aber.

Aktualisierungen namens "Pinguin" oder "Kolibri"

Updates zu seinem Suchalgorithmus nannte Google in der Vergangenheit "Penguin", "Panda" oder "Hummingbird", auf Deutsch Kolibri. Das Kolibri-Update fand 2013 statt und war das bislang wohl gewichtigste: Seither soll die Suchmaschine nicht nur einzelne Worte, sondern auch den möglichen Kontext von Begriffen erkennen. Im Hinterkopf hatte man bei Google damals die Suche auf Smartphones, bei der Nutzer ihre Fragen auch gerne per Spracheingabe stellen - das tun sie oft in ganzen Sätzen.

Die Frage, wie man in der Google-Trefferliste möglichst weit oben landet - auf die Seiten zwei oder drei klicken viele Menschen nicht mehr weiter - beschäftigt etliche Webseiten-Betreiber. Auf dieser Seite bietet Google Auskunft darüber an, als wie Smartphone-freundlich eine Webseite gerade eingestuft wird.