Frankreich macht ernst: 60 Filesharer erhalten Besuch von einer Regierungsbehörde, weil sie zu oft urheberrechtlich geschütztes Material heruntergeladen haben. Ihnen droht die zeitweise Abschaltung des Internet-Anschlusses.
Seit einem Jahr wendet Frankreich das umstrittene Hadopi-Gesetz an, das es ermöglicht, illegales Herunterladen von Software, Musik oder Filmen mit einer Sperre des Internetanschlusses zu sanktionieren. Nun hat die Sperr-Behörde Hadopi eine erste Bilanz vorgelegt.
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Aus dem Internet auf die Festplatte heruntergeladen: Filesharern in Frankreich droht eine Internet-Zwangspause. (© ddp)
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Demnach erhielten 650.000 Menschen innerhalb der vergangenen zwölf Monate eine Warnung, das Herunterladen zu unterlassen. Weitere 44.000 wurden bereits zum zweiten Mal verwarnt. Zum dritten Mal wurden insgesamt 60 Personen erwischt. Ihnen droht nun die Abschaltung des Internet-Anschlusses für bis zu einen Monat und eine Geldstrafe von 1500 Euro.
Dieser letzte Schritt des "Three Strikes" genannten Verfahrens wird von Internet-Bürgerrechtlern stark kritisiert: Sie halten die Strafe für überzogen und warnen davor, dass bei Internet-Anschlüssen, die von mehreren Menschen genutzt werden, Unbeteiligte bestraft werden könnten.
Die Behörde zögert deshalb, diese Sanktionsmöglichkeit ohne Prüfung zu nutzen: Sie will den Betroffenen nun erst einmal Hausbesuche abstatten, um mehr über die näheren Lebensumstände herauszufinden. Die Sperrung muss von einem Gericht genehmigt werden.
Auch Kauder will kappen
Die Three-Strikes-Law ist in einigen Industrienationen immer wieder im Gespräch. In den USA verschicken Provider Warnhinweise an ihre Kunden. Dort hatten mehrere große Internetanbieter im Juli eine Vereinbarung mit der Film- und Musikindustrie abgeschlossen. Großbritanniens Regierung rückte jüngst von der Idee einer Zugangssperre ab.
In Deutschland hatten Union und FDP in ihrer Koalitionsvereinbarung Zugangssperren bei Urheberrechtsverletzungen eigentlich ausgeschlossen. Jüngst allerdings hatte der CDU-Politiker Siegfried Kauder angekündigt, einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der die "Three-Strikes-Law" beinhaltet. Dafür war er von Internet-Bürgerrechtlern, aber auch von zahlreichen Politikern heftig kritisiert worden. Kauder ist Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände.
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- Three Strikes Law RSS
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(sueddeutsche.de/joku/mri)
Christopher Lee zum 90.
"Der Kauder muesste selbst vom Netz"
vollste zustimmung. ihm einfach mal das druckerkabel konfiszieren. fertig.
Denn er hat in der Vergangenheit (und immer noch heute) munter Urheberrechte verletzt.
Wasser predigen, Wein trinken - dass kann er, der liebe Kauder.
Mehr zum Thema hier:
http://piratig.de/2011/10/07/kaudergate-3rdstrike-der-dritte-strike/
nicht unmöglich, nur etwas komplexer; frankreich ist da ideal vorbereitet als zentralistischer staat. jeder provider muss z.b. im zentralen internetnutzerregister nachfragen (automatisch und regelmäßig), ob der kunde ins netz darf. der kunde muss sich korrekt identifizieren beim anmelden bei einem provider. keine anonymen zugänge, ausser teuere internetcafes. sie sehen: nichts ist unmöglich, v.a. nicht wenn man menschen in ihren rechten beschränken will.
haben diese 60 leute noch einen klassischen telefonanschluss. denn mit voip sind sie bei einer sperre von allen notrufnummern abgeschnitten (darf das sein?).
die rechteverwertungsindustrie melkt die kunden/bürger/nutzer ohne einen vernünftigen gegenwert zu liefern, und ohne dass die urheber mehr davon hätten als almosen. das geld bleibt zum großen teil bei den firmen und funktionären, nicht bei den künstlern. und natürlich bei den involvierten anwaltskanzleien.
...und die Piraten 8% wenn die Bundestagswahl an diesem Wochenende wären. Liegt nicht nur an den Verfassungsfeindlichen Kauder aber sicher trägt dieser einen Anteil dazu bei.
Paging