Umfrage zum Datenschutz im Internet Deutschland mag es extrem

Ganz oder gar nicht: Laut einer Bitkom-Studie ist es überraschend vielen Bundesbürgern egal, was mit den eigenen Daten geschieht. Noch mehr Deutsche fürchten sich dagegen so sehr vor dem Datenklau, dass sie gänzlich auf Online-Shopping verzichten.

Viele Deutsche neigen beim Datenschutz im Internet einer Umfrage zufolge zu Extrempositionen wie Gleichgültigkeit oder übermäßiger Vorsicht. Jeder siebte Befragte (14 Prozent) sagte, es sei ihm egal, was mit seinen Daten im Netz geschehe, wie der Hightech-Verband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage ermittelt hat.

Dieses Ergebnis ist durchaus überraschend, vergleicht man es mit der Antwort auf eine andere Frage: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger hält demnach ihre persönlichen Daten im Internet für nicht sicher. Entsprechend äußerten sich 55 Prozent der Befragten. Skeptisch sind vor allem jüngere Surfer.

Jeder sechste Internetnutzer (16 Prozent) nimmt demnach überhaupt keine Transaktionen im Internet vor und verzichtet ganz und gar auf Dienste wie Onlineeinkäufe, Fahrkartenkauf oder Onlinebanking.

"Zahlreiche Internet-Nutzer haben eine Schwarz-Weiß-Sicht auf die Datensicherheit im Internet", erklärte Bitkom-Chef Dieter Kempf. Viele müssten erst noch "eine vernünftige Balance zwischen Chancen und Risiken" finden. Dafür sei auch weiter Aufklärung notwendig: Fast die Hälfte (47) ist unschlüssig, was sie selbst für den Schutz persönlicher Daten tun kann.

Strengere Regeln gefordert

Sieben von zehn Befragten (72) fordern vom Staat strengere Regeln zum Datenschutz. Vertrauliche Dokumente verschicken vier von zehn (39) nur per Post und nicht in einer E-Mail. Auf Online-Banking verzichten aus Sicherheitsgründen ein gutes Viertel (28) der Befragten.

Für die Studie im Auftrag von Bitkom befragte das Institut im Frühjahr 1002 Personen ab 14 Jahren in Deutschland (Studie als pdf hier).