Die Linux-Gemeinde schlägt zurück: Eine Woche nach Windows 7 erscheint mit Ubuntu 9.10 die neueste Variante des freien Betriebssystems.
Am Anfang war das Warzenschwein. Im Oktober 2004 startete Ubuntu, das Open-Source-Betriebssystem, als kostenlose Alternative zu Windows und Konsorten. "Warty Warthog" hieß die Version, was frei übersetzt etwa so viel heißt wie "warziges Warzenschwein".
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Vorsicht, Bären: Ubuntu 9.10 erscheint unter dem Namen "Karmic Koala" (© Foto: iStockPhoto)
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Über den Erfolg des Projekts lässt sich streiten: Alle sechs Monate erscheint eine neue Ubuntu-Version, das von Milliardär Mark Shuttleworth finanzierte Projekt ist zu einem Vorzeigeprojekt der Open-Source-Gemeinde geworden.Deren Philosophie lautet, den Quellcode von Anwendungen offen zu legen, um deren technische Entwicklung zu beschleunigen.
Dennoch ist Ubuntu der breiten Masse eher unbekannt: Nur etwa ein Prozent der Computernutzer verwenden auf Linux basierende Betriebssysteme, obwohl diese meist kostenlos im Internet heruntergeladen werden können und sich die Bedienoberfläche von Ubuntu nicht groß vom Windows-Prinzip unterscheidet.
Seit heute steht Ubuntu in der Version 9.10 zum Herunterladen bereit. Der Codename dieses Mal: "Karmic Koala". Der Karma-Koalabär bringt keine bahnbrechenden Neuerungen, soll jedoch einige Kleinigkeiten verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei die Programmverwaltung: Diese übernimmt nun das "Software-Center", das die Programme in 12 Kategorien gliedert.
Das soll Auffindbarkeit und Installation der Programmpakete vereinfachen, künftig könnte daraus aber eine ähnliche Drehscheibe für Anwendungen entstehen, wie sie bereits der iTunes-Store für das iPhone darstellt. In der Version 3 soll hier erstmals kostenpflichtige Software angeboten werden.
Zwei Gigabyte im Netz speicherbar
Auch die Verbesserung der Ladezeiten war schon immer eine Herzensangelegenheit der Ubuntu-Entwickler. "Karmic Koala" soll zügiger hochfahren, auch schnelle Grafik soll besser umgesetzt werden. Mit einem Internet-Speicherplatz von zwei Gigabyte, um wichtige Daten von überall abrufen zu können, wagt Ubuntu einen ersten Schritt ins Cloud Computing, der Auslagerung von Daten und Anwendungen ins Netz. Wer mehr online lagern möchte, zahlt für 50 Gigabyte zehn US-Dollar pro Monat.
Ansonsten behält das System Altbewährtes bei. Dazu gehören der Browser Firefox sowie das Büroprogramm Open Office, die beide vorinstalliert sind. Bis Ubuntu deren Popularität erreicht, könnte es allerdings noch etwas dauern.
Ob Ubuntu dem vergangene Woche erschienenen Windows 7 größere Marktanteile abnehmen kann, ist zweifelhaft. Die Entscheidung "Windows oder Linux" lässt allerdings auch einen Kompromiss zu: Es besteht die Möglichkeit, Ubuntu und Windows parallel laufen zu lassen.
Zumindest in Sachen Veröffentlichungsgeschwindigkeit darf sich Ubuntu allerdings als klarer Sieger fühlen: Während das nächste Windows auf sich warten lassen wird, ist der Erscheinungstag von Ubuntu 10.04 bereits fest terminiert. "Lucid Lynx", der erleuchtete Luchs, soll am 29. April 2010 erscheinen.
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(sueddeutsche.de/joku/holz)
Griechenland und die Euro-Zone
In einem Kommentar dieses Threads schrieb ich, dass es sehr wohl viel neues in der aktuellen Ubuntu-Distribution (9.10 - Karmic Koala) gibt. Diese sich hauptsächlich im System verbergen und nicht unbedingt an der Oberfläche sichtbar sind. Tatsächlich ist diese Version die mit den meisten Neuerungen überhaupt. Eine davon ist der Bootprozess. In einem Vergleich zwischen MS Windows7 und Ubuntu 9.10 zeigt sich, dass das Linux-System fast doppelt so schnell bootet als Windows7. Das "Bootrace" wurde kann auf YouTube angesehen werden. In einem Artikel in ZDNet wurde ein Vergleich der Vor- und Nachteile zwischen der MS Windos7- und der Ubuntu 9.10-Distribution angestellt. Der Autor bezeichnet sich selber als MS Windows-Nutzer der sich kurzzeitig in das Ubuntu-System eingearbeitet hat. Er kommt zu dem Ergebnis, dass es nur geringfügige Vor- oder Nachteile der einzelnen Systeme gibt und findet sie bei beiden Systemen. ZDNet-Australia zeigte unbedarften Passanten, den KDE4 Desktop und gaben ihn als den von MS Windows7 aus. Die Passanten bemerkten die Täuschung nicht waren teilweise von der neuen, einfachen Bedienung begeistert.
Ich möchte mit diesem kurzen Kommentar darauf hinweisen, dass es durchaus viele Argumente für den Linux-Desktop gibt. Man kann viel innovatives von den Linux-Systemen, aber auch anderen freien Projekten berichten. Während es viele Artikel zu MS Windows7 gab und geben wird, die durchgehend faszinierend berichten, gibt es kaum Meldungen zu den Innovationen, der freien Software. Gerade freie Software ist diejenige die für die Menschen gemacht wird, die sie benutzen. Es steht das Wohl des Benutzers im Vordergrund und i.a. kein kommerzielles Interesse. Dies bedeutet natürlich nicht, dass freie Software nicht kommerziell sein kann. Auch sollte man sich über den Unterschied von Open Source und Freier Software bewusst sein.
GNU und Linux sind echte Kinder des Internets. Genauso wie Google oder das Web 2.0. Hinter freien Programmen steht jedoch kein Marketingteam, dass seine Produkte durch ständig neue Meldungen bewirbt, die sich dann in den in den News-Meldungen wieder finden. Für Berichte über freie Projekte muss man selber recherchieren, jedoch taucht man dann in eine fasziniere Welt ein, die mehr und hintergründigeres zu bieten hat als Marketingversprechen von Firmen. Es geht hier auch um Menschen und Werte unserer Gesellschaft.
Es geht nicht darum Menschen von Windows abzubringen, sondern dass Interessierte auch etwas zu diesem Thema erfahren
Ubuntu ist verdammt unbedeutend und geringmarktanteiilig, dass sogar www.sueddeutsche.de damit betrieben wird - jedenfalls ergibt das eine Header-Abfrage beim Server.
"Originelle" Schmähkritik hat dieser "Artikel" nicht verdient, denn er ist selbst nicht originell. Die extrem leichte ja dürftige Kost, die er bietet, läßt nämlich auf keinen Fall den Rückschluss zu, dass die Autoren von Ubuntu jemals mehr gesehen haben als der News-Mampf anderer Webseiten plus bestensfalls den Wikipedia-Eintrag.
Und: Koalas sind keine Bären, ebensowenig wie Gummibären welche sind, auch wenn am Ende "-bären" steht.
Aus dem Text geht übrigens auf gar keinen Fall hervor, "was hinter Ubuntu steckt und wie das Produkt mit dem OpenSource-Kosmos zusammenhängt" - nicht im geringsten. Es ist zeugt von lächerlicher Unkennnis, sowas auch noch in einer Rechtfertigung zu behaupten.
Mir ist Ubuntu übrigens gleich, mich stören nur schlechte Beiträge.
Lieber CrazyScientist,
kurze Rückmeldung vom Verfasser: Ich schätze Kritik, die sachliche ganz besonders. Auch Schmähkritik hat ihren Platz, sollte dann aber zumindest originell formuliert sein.
Zum Thema: Ich bezweifle, dass die PR-Abteilung von Microsoft einen Artikel über eine Linux-Distribution veröffentlichen würde, aber sollte dies einmal passieren, wäre das schon wieder eine Story wert.
Vielleicht hilft ein kleiner Disclaimer: Ich habe selbst auf meinem PC Windows und Ubuntu installiert. Die Neuerungen im Frontend sind in der Tat nicht besonders zahlreich, sie sind im Text beschrieben. Richtig ist, dass sich unter der "Motorhaube" etwas getan hat - aber das ist für den Endanwender nur bedingt interessant und hat dann eher in Fachmedien Platz.
Zu Windows: Windows ist nunmal das gängige Betriebssystem für PCs, deshalb wird eine neue Version entsprechend kritisch gewürdigt. Zudem hat Microsoft bei Windows einen anderen Produktzirkel, da schlagen die Wellen dann etwas höher.
Und allgemein zur These "sueddeutsche.de benachteiligt OpenSource", die in einigen wenigen Kommentaren mitschwingt:: Werfen Sie einen Blick in unser Archiv und gucken Sie mal, welcher Prozentsatz der Nachrichtenportale (ich rede nicht von Fachportalen) über Ubuntu 9.10 berichtet hat. Ich finde, da stehen wir garnicht so schlecht da.
@rst2007/moinho: Ich gebe zu, der Teaser ist vielleicht etwas plakativ, aber die Konkurrenz zwischen Microsoft und Anhängern von OpenSource-Lösungen ist ja auch hier in den Kommentaren zu greifen. Ich denke, aus dem Text geht hervor, was hinter Ubuntu steckt und wie das Produkt mit dem OpenSource-Kosmos zusammenhängt.
Beste Grüße,
Johannes Kuhn, sueddeutsche.de
Hoppla, wurde etwa die SZ von der PR-Abteilung von Microsoft übernommen?
Nachdem in der SZ bereits mehrere Artikel die extravaganten neuen Features, welche eine absolute Revolution sind, bepreisen kommt ein Artikel über das neue Ubuntu 9.10 mit der Behauptung es hätte nur ein paar kleine Verbesserungen?
Hat hier jemand Windows7 mit Ubuntu 9.10 verwechselt?
Hat Micro$oft's PR-Abteilung angeordnet, dass dieser Artikel nicht im RSS-Feed erscheinen darf?
Sehr zu empfehlen für Personen, die sich das Ganze einfach nur mal ansehen wollen: als weitere Download-Option wird ein "Ubuntu-Installer for Windows" angeboten, der nun sogar die Linux-Installation auf einem NTFS-Datenträger unterstützt!
Hab's gerade selbst ausprobiert und eine 30GB Datei auf meiner NTFS-USB-Platte erhalten. Läuft alles einwandfrei, keine Umpartitionierungen etc. Wer auf freigegebene Ordner im Netzwerk zugreifen will, sollte allerdings über die Packetverwaltung das Zusatzprogramm smb4k installieren.
Ansonsten: ich bin sehr zufrieden mit dem Koala!
Paging