Senator-Filmverleih Angriff auf Rapidshare

Ein deutscher Filmverleih geht juristisch gegen einen Umschlagplatz für Raubkopien vor - doch stößt dabei auf ein grundsätzliches Problem.

Von Johannes Boie

Der Senator Film Verleih probiert das Unmögliche. Er kämpft gegen die Verbreitung digitaler Kopien des erfolgreichen Filmes "Der Vorleser" im Internet. Vor dem Landgericht Hamburg erwirkte Senator eine einstweilige Verfügung gegen die deutsch-schweizerische Internetseite rapidshare.com.

Zuvor hatte man sich gestritten: Senator verlangte eine Unterlassungserklärung, in der Vertreter von Rapidshare erklären sollten, den Film nicht mehr zum Herunterladen anzubieten.

Die Gespräche mussten scheitern, denn in dem Konflikt treffen nicht einfach zwei beliebige Firmen vor Gericht aufeinander. Vielmehr stehen sich in dieser Auseinandersetzung exemplarisch unterschiedliche Rechtsauffassungen gegenüber. Die Vertreter der klassischen Unterhaltungsindustrie legen sich mit den Abgesandten der digitalen Welt an. In der einen Welt werden Filme für sehr viel Geld verkauft, in der anderen per Mausklick kopiert.

Unbegrenzt Daten hochladen

Rapidshare liegt derzeit auf Platz 25 der am häufigsten besuchten Webseiten der Welt. Ihren Nutzern präsentiert sich die Seite simpel, sie ist kaum mehr als eine Eingabemaske. Das Besondere daran ist, dass jeder, der möchte, bei Rapidshare nahezu unbegrenzt Daten hoch- und herunterladen kann. Also auch ganze Filme, TV-Serien, CDs, Bücher und Bilder.

Anders als bei den berühmt-berüchtigten Torrent-Seiten, zu denen zum Beispiel die ewig umstrittene schwedische Webseite thepiratebay.com zählte, brauchen die Nutzer von Rapidshare keine zusätzlichen Programme, um Dateien hoch- oder herunterzuladen.

Der entscheidende Unterschied ist, dass sich die Datenmassen auf den Computern von Rapidshare nicht nach Stichwörtern durchsuchen lassen. Wer also einen bestimmten Film herunterladen möchte, muss die genaue Internetadresse kennen, unter der die entsprechende Datei auf den Rapidshare-Computern zu finden ist. Diese Adresse ist zunächst nur demjenigen bekannt, der die Datei hochgeladen hat.