Neue Regeln beim Online-Auktionshaus Paypal-Pflicht bei Ebay

Ebay ändert die Regeln: Gelegenheitsverkäufer müssen künftig den Bezahldienst Paypal nutzen, auch Käufer sind von Änderungen betroffen.

Von Thorsten Riedl

Das Internet-Auktionshaus Ebay will das Geschäftsgebaren seiner Verkäufer strenger regulieren und so bei Käufern mehr Vertrauen schaffen. Deshalb hat das Unternehmen gleich mehrere, teils gravierende Änderungen bei den Verkaufsregeln angekündigt.

So sind bestimmte Verkäufertypen bald verpflichtet, den Ebay-eigenen Internetbezahldienst Paypal zu nutzen. Außerdem werden Vorgaben zum Gratis-Versand zurückgenommen, die das Unternehmen im vergangenen Sommer aufgestellt hatte und die für Unruhe bei Ebay-Nutzern gesorgt haben. Ruhe aber kehrt bei Ebay so bald nicht ein. "Wir sind seit längerem im Umbruch und müssen viel ändern", erklärte Ebay-Manager Wolfgang Huber der Süddeutschen Zeitung. "Das setzt sich 2010 fort."

Im Frühjahr vor zwei Jahren war John Donahoe auf die langjährige Ebay-Chefin Meg Whitman gefolgt. Seither bleibt bei dem Internetpionier kaum ein Stein auf dem anderen: Donahoe verkaufte Bereiche, die unter Whitman zum Konzern kamen, aber nach Meinung des neuen Chefs nicht zu Ebay passen, wie den Internet-Telefondienst Skype. Außerdem stärkte er die gewerblichen Verkäufer auf dem Marktplatz und den Handel mit Restposten. So tritt Ebay stärker in Wettbewerb zum Rivalen Amazon.com.

Paypal-Gebühr muss gezahlt werden

"Qualität wird wichtiger als Umsatz", heißt es nun in den jüngsten Änderungen von Ebay. Die Umsatzschwelle für Powerseller bei dem Auktionshaus, also besonders engagierte Verkäufer, wird von April an deutlich gesenkt.

Zugleich müssen diese Händler im Bewertungssystem von Ebay besser abschneiden als in Vergangenheit, um im Powerseller-Programm zu verbleiben. Auch bei normalen Verkäufern will das Auktionshaus schwarzen Schafen das Handwerk legen. Wer schlecht bewertet wird, muss mit Sanktionen rechnen, etwa mit einer schlechteren Platzierung in der Ebay-Suche. "Es geht darum, noch mehr Käufer zufriedenzustellen", so Huber.

Dazu gehöre auch, ab April für solche Händler verpflichtend den eigenen Bezahldienst Paypal einzuführen, die weniger als 50 Bewertungspunkte haben. Verkäufer müssen eine Paypal-Gebühr zahlen, die im Normalfall 1,9 Prozent des Auktionspreises ausmacht zuzüglich 0,35 Cent.

Kostenloser Versand keine Pflicht mehr

Verbraucher müssen für Paypal nichts zahlen, erhalten aber einen Käuferschutz, wenn sie bei Ebay mit Paypal zahlen. Huber verwehrt sich gegen den Vorwurf, das Auktionshaus wolle so den Umsatz der eigenen Tochter steigern. "Darum geht es nicht", erklärte er. "Wir wollen einen zusätzlichen Schutz für Verbraucher schaffen."

Die Käufer müssen sich auch auf Änderungen einstellen. So hatte Ebay im Juni vergangenen Jahres den kostenlosen Versand von Artikeln in ausgewählten Kategorien vorgeschrieben. Auch das wurde mit dem Verhalten von schwarzen Schafen begründet, die mehr Porto verlangen als nötig.

Diese Regelung wird nun zurückgenommen. Ab Februar gilt in solchen Kategorien eine Porto-Obergrenze von sieben Euro. Huber sagte: "Zu einem mutigen Vorgehen gehört auch, suboptimale Entscheidungen zurückzunehmen."