Namensrechte in China Apple kauft iPad für 60 Millionen Dollar

Apple greift tief in die Tasche. Um den Namen "iPad" in China weiter verwenden zu dürfen, zahlt der US-Konzern einer Firma 60 Millionen Dollar. Damit sichert sich Apple den Zugang zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte.

Im Streit um die chinesischen Namensrechte für das iPad zahlt Apple einem chinesischen Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag.

Wie ein Gericht in der südlichen Provinz Guangdong mitteilte, einigten sich die Kalifornier mit der chinesischen Firma Shenzhen Proview Technology auf einen Vergleich. Mit der Überweisung von 60 Millionen Dollar (47,4 Millionen Euro) werde die jahrelange juristische Auseinandersetzung beendet.

Der Streit geht auf das Jahr 2009 zurück. Apple kaufte damals für mehrere asiatische Länder die Rechte an dem Namen "iPad" von der taiwanischen Zweiggesellschaft Proview Taipeh, die sich den Begriff bereits 2001 gesichert hatte.

Allerdings war eine andere Zweiggesellschaft der in Hongkong ansässigen Proview International Holding offenbar schneller als die taiwanesische: Die chinesische Proview-Tochter hatte sich den Markennamen schon im Jahr 2000 für die Volksrepublik gesichert.

Im vergangenen Dezember entschied ein Gericht deshalb, dass die Übertragung der Namensrechte für China nicht gültig sei. Apple legte Berufung ein, der Verkauf des iPads wurde dennoch in Teilen des Landes zunächst gestoppt.

Letzte Hürde für Verkauf des iPad 3

Für Apple ist damit eine potenzielle Hürde zur Einführung der neusten Version seines Tablet-Computers aus dem Weg geräumt. Das finanziell angeschlagene chinesische Unternehmen hatte nach eigenen Angaben auf eine weit höhere Zahlung gehofft. Dennoch erklärte Proview-Anwalt Xie Xianghui, das Ergebnis sei für beide Seiten akzeptabel. Marktbeobachter werten die Einigung aber vor allem als Erfolg für Apple.

Ein Datum für den Verkaufsstart des neuen iPad 3 in China hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben. Die Zulassung des Geräts durch die Behörden liegt aber seit Mai vor - und die Erlöse aus dem Verkauf des Tablet-Computers in dem für Apple wichtigsten Wachstumsmarkt dürften die Zahlung an Proview um ein Vielfaches übertreffen.