Marshall Monitor Bluetooth Bluetooth-Kopfhörer von Marshall - Braucht man das?

Marshall Monitor Bluetooth: Markantes Äußeres, guter Sound, nicht nur für gitarrenbetonten Rock.

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Unverkennbar Marshall: Der "Monitor Bluetooth" ist ein Gitarrenverstärker zum Aufsetzen - und ein guter Kopfhörer nicht nur für Rock-Fans.

Von Simon Hurtz

Chucks: 50 Euro, gebrauchte Levis 501: 30 Euro, Led-Zeppelin-T-Shirt: 20 Euro. Für weniger als 100 Euro kann jeder zurück in die 70er reisen. Wem es nur um die Optik geht, macht mit dem Marshall Monitor Bluetooth keinen so guten Deal. Die Kopfhörer passen zwar perfekt zum Rockstar-Outfit, kosten aber auch 250 Euro. Der entscheidende Vorteil: Sie schauen nicht nur so aus, als seien sie für die Auftritte von Jimmy Page und Jimi Hendrix entworfen worden - sie spielen auch deren Musik, und das relativ überzeugend.

Schwarzes Lederimitat, goldene Applikationen, dazu der bekannte weiße Markenname: Der Marshall Monitor Bluetooth will auf den ersten Blick als Gitarrenverstärker zum Aufsetzen erkannt werden. Der Rest der Kopfhörer polarisiert weniger. Die Verarbeitung ist solide: Nichts klappert, der Kopfhörer wirkt robust und lässt sich platzsparend zusammenfalten.

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Auch die Bedienung überzeugt. Während Sony, Sennheiser und Bose bei ihren Premium-Bluetooth-Kopfhörern auf Touchpads an der Ohrmuschel oder mehrere einzelne Knöpfe setzen, bleibt Marshall auch in dieser Hinsicht so simpel und analog wie möglich. Ein kleiner goldener Joystick dient als Ein- und Ausschalter, regelt Lautstärke und wechselt zwischen den Songs. Das erfordert kurze Eingewöhnung, klappt danach aber problemlos.

Ausgewogenerer Klang, als die Optik vermuten lässt

Wer 250 Euro für Kopfhörer ausgibt, erwartet mehr als markante Optik und frustfreie Bedienung. Entscheidendes Kaufargument dürfte der Klang sein. Hier überrascht der Monitor Bluetooth mit vergleichsweise ausgewogener Wiedergabe. Der Bass steht weniger im Vordergrund, als es angesichts der Optik zu erwarten gewesen wäre. Klassikliebhaber greifen besser zu noch neutraleren Kopfhörern, dennoch eignet sich der Monitor Bluetooth längst nicht nur für Fans von gitarrenlastiger Rockmusik.

Letztendlich gilt wie bei allen Kopfhörern: Klangempfinden ist subjektiv, vor dem Kauf am besten Probehören. Dasselbe beim Tragegefühl: Jeder Kopf ist anders geformt, und insbesondere Brillenträger sollten ausprobieren, ob die recht engen Bügel auch auf Dauer bequem sitzen.

Eines sollte allen Interessenten klar sein: Ein Bluetooth-Kopfhörer klingt schlechter als ein kabelgebundenes Produkt aus derselben Preisklasse. Zwar unterstützt der Monitor Bluetooth den Apt-X-Standard, der hochwertige Bluetooth-Übertragungen ermöglicht, allerdings setzt das auch ein entsprechendes Smartphone voraus. Aufgrund teurer Lizenzgebühren haben nur wenige Hersteller diese Technologie integriert, Google und Apple verzichten beispielsweise darauf.

Kein Active Noise Cancelling, lange Akkulaufzeit

Im Unterschied zur Konkurrenz verzichtet Marshall auf Active Noise Cancelling, Umgebungsgeräusche werden also nicht gefiltert. Für Vielflieger ein klarer Nachteil, in Sachen Akkulaufzeit aber ein Vorteil: Die fällt mit 25 Stunden (Marshall gibt 30 Stunden an, die Werte schwanken in Abhängigkeit von der Lautstärke) nämlich ausgesprochen üppig aus. Dank des hohen Anpressdrucks der Ohrmuscheln schirmt der Monitor Bluetooth ohnehin recht gut ab.

Zusammengefasst: Der Marshall Monitor Bluetooth ist ein solider Premium-Bluetooth-Kopfhörer mit markanter Optik, schnörkelloser Bedienung und ohne echte Schwächen. Sennheisers Momentum Wireless 2.0 klingt besser, der Bose QC 35 unterdrückt Umgebungsgeräusche effektiver, auch Sony oder Bang&Olufsen bauen gleichwertige Alternativen. Dafür verlangt Marshall 100 Euro weniger, den Rockstar-Look gibt's gratis dazu.

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