Internet-Pionier Ossi Urchs ist tot

Ossi Urchs letztes Buch heißt "Digitale Aufklärung: Warum uns das Internet klüger macht."

(Foto: ITec08)

Er war ein unermüdlicher, kenntnisreicher Erklärer der Digitaltechnik, seine Rasta-Haare waren sein Markenzeichen. Ossi Urchs ist nach schwerer Krankheit gestorben.

Es gab diese Werbung, 1993 war das. Eine Zigarettenmarke zeigte einen "Minister für Zukunft". Der Mann auf den Werbeplakaten kannte sich tatsächlich aus mit diesen seltsamen Computern, die plötzlich überall standen: Ossi Urchs.

Der gebürtige Kölner war Teil des gesellschaftlichen Aufbruchs der 68er. In München studierte er Philosophie, Theaterwissenschaft und Politikwissenschaft. Danach arbeitete er als Autor und Regisseur und gründete mit seiner Frau in Offenbach eine Medienagentur, die Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Strategien beriet. "Er war ein Early User und hat sich sehr früh mit dem Medium analytisch auseinandergesetzt", sagte seine Ehefrau der Nachrichtenagentur dpa. Als der Computer in die Privathaushalte einzog, wurde Urchs zum Vermittler, erklärte den Umgang mit PC und Online-Medien in Fernsehsendungen oder auch im Magazin Playboy.

"Er war einer der ersten, der gesagt hat, dass das Internet unsere gesamte Art zu leben, zu arbeiten und zu lernen verändern wird", sagte seine Frau. Der Titel seines 2013 erschienen letzten Buchs, zusammen mit Tim Cole verfasst, war programmatisch für das Wirken von Ossi Urchs: "Digitale Aufklärung: Warum uns das Internet klüger macht."

Ossi Urchs ist im Alter von 60 Jahren in einem Hospiz in Offenbach gestorben.