Google-Tablet Nexus 7 im Kurztest Potente Hardware für kleines Geld

Das Nexus 7 ist von Google bewusst nicht als High-End-Gerät gebaut geworden. Für 200 Euro ist das Google-Tablet dennoch ein Angebot, das man fast nicht ablehnen kann.

Von Helmut Martin-Jung

 Google Nexus 7

(Foto: REUTERS)

Ein Tablet-PC für 200 Euro kann eigentlich nichts taugen, oder doch? Zwar hat der Internetkonzern Google bei seinem gemeinsam mit Asus entwickelten Tablet Nexus7 aus Kostengründen manches weglassen müssen, was gerade die Käufer von Android-Tablets schätzen. Doch für so wenig Geld ist das Google-Tablet trotzdem ein Angebot, das man fast nicht ablehnen kann.

Es sei denn, man braucht unterwegs unbedingt einen UMTS-Zugang. Ein solcher nämlich ist im Nexus 7 nicht verbaut und er lässt sich auch nicht nachrüsten. Verzichten müssen Nexus-7-Käufer zudem auf eine Kamera an der Rückseite, auf einen HDMI-Ausgang und einen Speicherkarten-Steckplatz. Besonders der fehlende Steckplatz kann - je nach geplantem Einsatzszenario - eine gravierende Einschränkung sein, denn die acht, beziehungsweise 16 Gigabyte an Speicher, mit denen das Nexus 7 lieferbar ist, sind schnell voll.

Wer mit diesen Mängeln leben kann, bekommt mit dem Nexus 7 ein sehr flüssig zu bedienendes Gerät. Das liegt einerseits an der potenten Hardware, die in einem mit elf Millimetern ziemlich dicken Plastikgehäuse steckt. Zum anderen an der Software. Wie alle Google-Geräte kommt das Nexus 7 mit der aktuellsten Version 4.1 des Betriebssystems Android. Dessen optimierter Browser beispielsweise ist beim Anzeigen von Webseiten sehr flink, das vom Rest der Android-betriebenen Konkurrenz her bekannte Ruckeln ist hier nahezu völlig verschwunden.

Da keine Erweiterungen über die Betriebssystem-Software gelegt werden wie das andere Hersteller tun, gehört das Nexus außerdem zu den Geräten, die Android-Updates als erste erhalten. Wenn man Android in seiner reinsten Form so sieht, weiß man allerdings auch, wieso viele Hersteller noch eine eigene Oberfläche programmieren. Natürlich geht es auch darum, sich von der Konkurrenz abzuheben, aber das nackte Android ist eben auch kein Vorbild an Schönheit.

Auf dem Sieben-Zoll-Bildschirm, der 1280 mal 800 Punkte anzeigt, lassen sich Schriften gut erkennen, für draußen ist das Display aber kaum hell genug. Dabei wäre es etwa als E-Book-Reader gut geeignet, denn der Akku hält mit rund zehn Stunden ähnlich lange wie der von Apples iPad.

So sprechen insgesamt vor allem das zeitgemäße Innenleben und der Preis für Googles Tablet. Bei der Konkurrenz muss man für ähnliche Leistungen mehr bezahlen. Insgesamt leiden die Android-Tablets mehr als die damit betriebenen Telefone darunter, dass die Software designerisch mit Apple nicht mithalten kann.