Das Problem ist, kurz gesagt, nicht die Privatheit des gesammelten Materials, sondern seine Fülle und unbegrenzte Verfügbarkeit. Der traditionelle Datenschutz wirkt deshalb so hilflos, weil er bisher mit einem zusehends veraltenden Begriffsinstrumentarium operiert, nämlich fast ausschließlich mit der Unterscheidung von Öffentlichkeit und Privatsphäre.
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Golden Gate Bridge in Street View: Sie reden von Privatsphäre und verlegen deren Grenze in die Mitte der Straßen. (© dpa)
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Doch diese Unterscheidung ist stumpf geworden, weil eine hinreichende Menge zweifelsfrei öffentlicher Daten inzwischen Einblicke ermöglicht, die bis ins Innere ganz fremder Menschen reichen. Wer die Angebote, die Amazon unaufgefordert sendet, kennt, weiß das längst.
Niemand konnte je einen Buchhändler daran hindern, sich die Einkäufe seiner Kunden zu merken; der Unterschied zu Amazon ist, dass man dort auch das Nicht-Gekaufte, nur Angesehene registriert und dass man vor allem nichts vergisst - man wird unentwegt an ältere Interessen und Arbeitsphasen, also an seine eigene Biographie erinnert.
"Wikipedia" kann durch seine Diskussionsfunktion zu einer Personalakte der Missgunst werden, aus der kein Blatt mehr zu tilgen ist, was immer im Artikel vorne steht. Und wer je etwas Verkehrtes oder Dummes gesagt oder geschrieben hat, das netzkundig wurde, wird diesen Makel nie mehr los, während es in Papierarchiven eine Art heilsames Vergessen gab, weil sich kaum jemand die Mühe machte, sie aufzusuchen. All das aber hat mit der Unterscheidung von privat und öffentlich bestenfalls am Rande zu tun.
Romanhaft und unheimlich
Dazu kommt bei Google, dass es eine einzige Firma ist, die inzwischen den übergroßen Teil personenbezogener Daten nicht nur zugänglich macht, sondern auch selbst generiert. Und das wird zum Problem auch dann, wenn all diese Daten zweifelsfrei öffentlich sind.
Der Privatstraßeneinspruch gegen Googles Streetview ist halb unbegründet, halb hilflos. Das Google-Problem besteht nicht in der Verletzung der Privatsphäre, sondern in der Monopolisierung des öffentlichen Raums. Die bloße Adresse wird zum Sesam-öffne-dich für eine Unmasse an Informationen.
Dass es daneben Binnenräume wie Facebook gibt, wo Millionen Menschen mehr oder weniger Intimes von sich immer weiteren Kreisen zugänglich machen, ist damit noch nicht einmal berührt. Hier herrscht wenigstens eine Art Symmetrie.
Wer dagegen bei Google das Lebensumfeld seiner verlorenen Liebe über den halben Erdball erkundet, nutzt eine Infrastruktur, die diesen Erdball zum Nahbereich des öffentlichen Raums gemacht hat. Das ist romanhaft und unheimlich.
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(SZ vom 14.08.2010/joku)
Rekord in Deutschland
Das ist nicht richtig. Beim Einsatz von optischen Verstärker wie Fernglas uä fällt man schnell in die Kategorie "Spanner" und das ist verboten.
Das Problem liegt darin das Google SV ein zoomen zulässt welches nicht vergleichbar mit dem menschlichen Auge ist.
Würde ich mich also mitr einem Fernglas auf eine 2.2m hohe Leiter setzen um in Ruhe alle Detais in fremden Gärten zu betrachten würde jede Polizeistreife mein Handeln überprüfen.
Und womit? Mit Recht!