Mit großen Ambitionen ist Googles Browser Chrome Anfang September gestartet. Doch die Marktanteile sind noch dürftig.
Innerhalb eines Monats hat der Internet-Browser Chrome von Google eine weltweite Marktdurchdringung von durchschnittlich 0,78 Prozent erreicht.
Bislang wenige Marktanteile: Googles Browser Chrome (© Foto: dpa)
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Das geht aus einer Statistik des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens Net Applications herrvor. Damit steht Chrome im Browser-Ranking nun an vierter Stelle und hat sogar das Programm Opera überholt.
Opera verliert
Opera brachte es nur auf 0,7 Prozent. Den echten Giganten des Browser-Markts kann das Google-Produkt bisher aber nicht gefährlich werden. Auf Platz eins liegt der Internet Explorer von Microsoft mit einem Anteil von etwa 71 Prozent, gefolgt von Mozillas Firefox mit knapp 20 Prozent und Safari von Apple mit circa sechs Prozent.
Aus der Statistik geht zudem hervor, dass Chrome wenige Tage nach seiner Veröffentlichung Anfang September kurzzeitig mehr als ein Prozent Marktanteil auf sich verbuchen konnte. Allerdings scheinen viele Nutzer das Programm nur ausprobiert zu haben, weiter genutzt wurde es nicht von allen, weshalb die Marktdurchdringung wieder abgenommen hat.
- Browser-Konkurrenz Neuer Chrome-Klon 18.09.2008
- Googles Browser "Chrome" Glänzender Angriff 02.09.2008
- Chrome von Google Lücken? Mit Sicherheit. 04.09.2008
(sueddeutsche.de/sid/heh)
Es fällt auf, dass der Sinn und Zweck von Chrome extrem häufig missverstanden wird. So auch in diesem Artikel.
Es geht Google offenbar im wesentlichen überhaupt nicht darum, die klassischen Browser wie Internet Explorer, Firefox oder Safari durch Chrome zu verdrängen.
Vielmehr soll eine bessere/schnellere/ Plattform für internetbasierte Anwendungen geschaffen werden. Anwendungen wie u. a. Google Mail, Google Documents & Co. Denn für diese sind die derzeitigen Browser durch ihr universelleres/weniger spezialisiertes Konzept nur bedingt geeignet (bzw. die technischen Möglichkeiten hinsichtlich der Anwendungen unterliegen erheblichen Beschränkungen Performance, Datenverwaltung etc.).
Die Konkurrenz von Chrome ist daher auch vielmehr im Bereich website- bzw. servicespezifischer Anwendungen und Plattformen wie z. B. Adobe AIR oder Mozillas «Prism» zu sehen. Mit Browsern so wie sie heutzutage verwendet werden, hat das höchstens oberflächlich noch etwas zu tun.
Chrome kann eher als eine strategische Maßnahme betrachtet werden, um Anwendungssoftware und Benutzerdaten vom lokalen Desktop ins Internet zu verlagern. Und hierbei eine Schlüsselposition zu besetzen.
Zu diesem Zweck muss diese Plattform natürlich auch weitestmöglich verbreitet und von anderen Herstellern benutzt/adaptiert werden. Vermutlich einer der Hauptgründe von Google, alle wesentlichen Bestandteile von Chrome als Open Source öffentlich zur Verfügung zu stellen.
Der Browser hat noch Beta-Status, d.h. er befindet sich noch in der Entwicklung, eine Nutzung innerhalb einer produktiven Umgebung ist daher nicht angeraten. Deshalb ist es also auch nicht weiter verwunderlich, dass offenbar "viele Nutzer das Programm nur ausprobiert [...] haben".
Für den Otto-Normal-User ist Chrome derzeit also noch nichts und dann sind 0,78% schon einiges. Versionen für Linux und MacOS liegen übrigens auch noch nicht vor.