Cloud Computing Der größte Posten: Strom

Strom, das ist der größte Posten, sagt Knapp, weit vor der Miete, auch weit vor den Lohnkosten für seine etwa 50 Mitarbeiter. Genau das bereitet Knapp Sorgen. Denn Strom ist in Deutschland teuer.

3,5 Cent pro Stunde

In Deutschland, rechnet Knapp vor, komme auf den Preis, zu dem Strom an der Börse gehandelt wird, noch einmal die Hälfte an Abgaben drauf. Allein 3,5 Cent pro Kilowattstunde fallen für die EEG-Umlage zur Förderung regenerativer Energien an. Manche Branchen sind davon befreit. Die Betreiber von Rechenzentren sind es nicht. "Wenn ich Schrauben und Metallbleche produziere, bekomme ich die Erleichterung. Die digitale Infrastruktur hingegen gilt als Eh-da-Technologie", schimpft Knapp, macht eine kurze Pause - und setzt nach: "Von wegen eh da. Sie wandert ab."

In Sachen Datenschutz sei Deutschland zwar ein idealer Standort, aber leider nicht beim Strom, heißt es auch bei 1&1, Deutschlands größtem Webhoster. "Es gibt zu viele Abgaben, die den Strompreis unnötig erhöhen. Unternehmen werden sich daher die Frage nach anderen Standorten stellen, an denen es grünen Strom ohne die Zusatzkosten gibt."

Made in Germany, das Label, das jahrzehntelang das der hiesigen Industrie war, soll nun auch das deutscher Cloud-Anbieter sein. Eine Garantie für höchste Qualität. Denn in Deutschland sind die Datenschutzbestimmungen besonders streng. Made in Germany soll als Argument dienen, um das Vertrauen der bislang skeptischen Unternehmer zu gewinnen - und sie in die Cloud zu locken. Stellt sich, was auf der Cebit unisono als Standortvorteil gepriesen wurde, nun womöglich als Standortnachteil heraus?

Auch Strato wirbt mit den deutschen Datenschutzstandards. Aber Damian Schmidt, der das Unternehmen leitet, sagt auch: "Nicht überall ist das Bewusstsein dafür so ausgeprägt wie bei uns." Letztlich schauten die meisten Kunden auf den Preis. Trotzdem ist Schmidt dagegen, dass der Staat den Rechenzentrumsbetreibern weniger Abgaben auf Strom gewährt. Strato zählt hierzulande zu den größten Verwaltern digitaler Datenströme. Das Unternehmen, seit zwei Jahren eine Telekom-Tochter, arbeitet mit dem Chiphersteller AMD zusammen, um effizientere Prozessoren zu entwickeln.

Zur Kühlung setzt man bei Strato auf kostengünstige Frischluft. Nur wenn die Außentemperatur über 25 Grad steigt, muss eine eigene Kühlanlage in den Rechenzentren laufen. Es sind verschiedene Maßnahmen, die dabei helfen sollen, dass Strato ein sich selbst gegebenes Versprechen einlösen kann: den Stromverbrauch konstant halten, auch wenn der Datenverkehr immer weiter steigt.