Justizministerin Brigitte Zypries hat sich gegen Google-Pläne zur massenhaften Digitalisierung von Büchern gewandt. Online-Sein oder nicht - darüber soll nicht der Suchmaschinenanbieter entscheiden können.
Die Bundesregierung schaltet sich in den Rechtsstreit um die Pläne des Internetkonzerns Google ein, Bücher in großem Stil zu digitalisieren. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries habe die Bedenken der Bundesregierung in einem insgesamt 25 Seiten umfassenden Brief an das zuständige Gericht in New York geäußert, berichtet das Handelsblatt in seiner Mittwochsausgabe. "Wir hoffen, dass das Gericht die Billigung des Vergleichs insgesamt ablehnt oder zumindest unsere deutschen Autoren und Verleger aus der sogenannten 'class' herausnimmt, damit die Folgen des Vergleichs sie nicht treffen", sagte Zypries. In diesem Fall könnten deutsche Rechteinhaber selbst entscheiden, ob Google ihre Werke online zur Verfügung stellen darf.
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Justizministerin Brigitte Zypries wendet sich gegen die Google-Mentalität "Erst tun, dann fragen". (© Foto: ap)
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Der Vergleich missachte internationale Verträge - wie den Wipo-Urheberrechtsvertrag - die verlangen, dass Autoren vorher gefragt werden müssen, bevor ihre Werke anderweitig vervielfältigt werden. Der Vergleich aber legalisiere das Digitalisieren von urheberrechtlich geschützten Büchern aus aller Welt. Googles Verhalten "Erst tun, dann fragen" behindere Projekte wie die europäische Online-Bibliothek "Europeana", die Autorenrechte vorab wahre, sagte Zypries.
In dem Schriftsatz, der dem Handelsblatt vorliegt, wird explizit betont, der Vergleich habe Auswirkungen auf deutsche Rechteinhaber, auch wenn die Bücher online nur in Amerika verfügbar sein sollten. "Wir wissen aber alle, dass das Internet keine Grenzen kennt", sagte Ministerin Zypries. "Auch wenn deutsche IP-Adressen für den Zugang gesperrt sind, ist der Zugriff aus Deutschland ohne großen Aufwand möglich."
Die Frist für Einwendungen in dem Verfahren endet am Freitag. Das Gericht will sich am 7. Oktober vor einer abschließenden Beurteilung bei einer Anhörung (Fairness Hearing) mit den Beschwerden befassen.
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(dpa/afp/jb)
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Google läßt sich also vor einem amerikanischen Gericht die weltweite Nutzung von Büchern absegnen. Das gibt es erstmal nur in den USA (was ansich schon schade ist).
In Europa gibt es eine europäische Online Bibliothek, höchstwahrscheinlich von der EU angeleiert und finanziert (also mit Steuergeldern).
Und ich dachte bei uns gilt das Credo: die Privatwirtschaft kann alles besser als der Staat (und v.a. für den Steuerzahler günstiger). Also warum verhandelt man nicht einfach mit Google, das die ihr Angebot auch in Europa anbieten, und spart sich die "europäische Lösung"?
Ich wünsche Google viel Erfolg und hoffentlich scheitert Frau Zypries.
Hallo SZ,
wie wäre es mal mit einen Bericht über das, was gerade wirklich durch alle Blogs läuft.
Überschrift habe ich schon für euch:
jako vs. Baade
Haltet die Anwaltbanditen
Alles andere bekommt ihr hier:
http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/
http://rivva.de/http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/
Die lassen sich fortbilden ...
Am besten wie bei The Pirat Bay bei der Musikindustrie-Lobby ...
In diesem Fall dann hald von Frau von der Leyen. ;-)
@harpagonos
jedesmal wenn ich ein bild der ministerin sehe, sehe ich die großen augen, den offenen mund und die frage "was ist noch mal ein browser"
da ist sie aber anhand des filmes dokumentiert in guter gesellschaft (erschreckend der grünenpolitiker stöbele "war erst einmal im internet"), da tun sich abgründe auf dass es erschreckend ist und genau diese leute entscheiden über die zukunft des internets und viedeospielverbote (firefox klingt aber auch stark nach einem terrorchefspitznamen)
ich frage mich wie die richterschaft eigentlich mit dem thema vertraut ist, denn bei den internetsperren wird ja von den fehlenden richtern gesprochen, was aber wenn die genau so wenig ahnung von browsern, computern usw haben wie die in dem beitrag vorgestellten politiker und politikerinnen
Im NDR3-Kinderinterview beantwortete die "Internetpolitikerin des Jahres" die Frage nach ein paar gängigen Browsern mit der Gegenfrage, was nochmal ein Browser sei.
Solche Leute dürfen keine Entscheidungen fällen, die das Internet betreffen.