Bang with Friends Zynga verklagt One-Night-Stand-App

Gemeinsam spielen mit Freunden - aber bitte nur bei Zynga. Weil der Social-Games-Konzern auch Titel wie "Chess with Friends" im Sortiment hat, verklagt er jetzt einen App-Anbieter. Der bietet die App "Bang with Friends" an, mit der man unter seinen Facebook-Freunden auf die Suche nach einem Sexualpartner gehen kann.

Es geht doch nichts über ein wenig Zeit mit Freunden. Pardon: with friends. Doch Zynga, Spezialist für Browser-Spiele wie "Farmville", beansprucht offenbar ein Monopol auf diese Art der gemeinsamen Freizeitgestaltung. Das bekommen jetzt die Entwickler der App "Bang with Friends" zu spüren. Zynga hat gegen die gleichnamige Firma in San Francisco Klage eingereicht - weil Zynga durch den Zusatz "with friends" seine Markenrechte verletzt sieht. Im Portfolio des Entwicklerstudios finden sich Spiele wie "Words with Friends" oder "Chess with Friends".

Mit der App "Bang with Friends" können Nutzer mehr oder weniger anonym auswählen, mit welchen ihrer Facebook-Freunde sie gerne Sex hätten. Haben zwei befreundete User gegenseitiges Interesse bekundet, verschickt die App eine Benachrichtigung - und überlässt alles weitere dankenswerterweise den betreffenden Personen selbst.

Eine Art der Freizeitgestaltung also, die nicht unbedingt mit einem Online-Schachspiel vergleichbar ist. Doch dieser Ansicht ist man bei Zynga offenbar nicht. In der Anklageschrift heißt es, dass der Name "Bang with Friends" bewusst ausgewählt wurde, um eine Ähnlichkeit zu den Handy-Spielen des "Farmville"-Entwicklers herzustellen. Ein Gericht soll das nun unterbinden - und Zynga außerdem Schadenersatz in bislang unbekannter Höhe zusprechen.

Die für einige Zeit sehr erfolgreiche Internet-Spiele-Schmiede macht schwere Zeiten durch. Im zweiten Quartal seien 40 Prozent der monatlichen Nutzer abgewandert, teilte der US-Konzern erst kürzlich mit. Der Umsatz ist um fast ein Viertel eingebrochen.

Deshalb sucht Zynga nach neuen Möglichkeiten zum Geldverdienen. Kurzzeitig hatte sich der Konzern unter Leitung des Firmengründers Marc Pincus in den USA sogar um eine Glücksspiellizenz beworben. Sein Nachfolger als Firmenchef, Don Mattrick, ließ den Antrag aber zurückziehen, um sich wieder auf das Kerngeschäft der Marke zu konzentrieren. Also Social-Media-Spiele "with Friends". Dass Zynga mit der Klage neue Freunde findet, ist aber kaum anzunehmen.