Immer noch entpuppen sich vermeintlich kostenlose Internetdienste nach der Registrierung als Abzock-Seiten. Die Bundesjustizministerin will nun verhindern, dass die Deutschen in die Abofalle tappen..
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) fordert ein europaweit einheitliches Vorgehen gegen Kostenfallen im Internet. Leutheusser-Schnarrenberger sagte der Bild-Zeitung: "Wir brauchen eine sogenannte Button-Lösung. Ein Hinweis-Schild im Internet, dass Verbraucher verlässlich warnt, bevor Kosten entstehen. Am besten wäre eine europäische Regelung, weil Abzocke nicht an der deutschen Grenze Halt macht."
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Netarena.tv ist einer der Dienste, den die Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt hat. Der Betreiber sitzt in Dubai, hat inzwischen dennoch die Registrierung deaktiviert. (© online.sdedigital)
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Hintergrund der Forderung ist ein von der SPD in den Bundestag eingebrachter Gesetzentwurf, der den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Internet verbessern soll. Dieser sieht laut Bild eine auf Deutschland beschränkte Regelung gegen Abo- und Kostenfallen im Internet vor.
Brauchen wir eine EU-Regelung?
Das Bundesjustizministerium hingegen setze sich zunächst für eine europäische Lösung ein. In Brüssel liege ein entsprechender Vorschlag auf dem Tisch, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Die Verhandlungen seien gut angelaufen. "Wenn sich bis zum Herbst keine europäische Regelung abzeichnet, werde ich nationale Maßnahmen auf den Weg bringen", sagte die Ministerin.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert bereits länger ein Vorgehen gegen Abzockseiten. Auf einer aktuellen Liste (hier als pdf) führt die Organisation Seiten auf, die durch unseriöse Praktiken auffällig geworden sind.
Abzockfalle Downloadplattform
Dort findet sich etwa ein Sudoku-Club, der den Nutzern eine kostenlose Mitgliedschaft suggerierte, hinter der sich jedoch ein kostenpflichtiges einjähriges Abonnement verbarg. Auch vermeintlich kostenlose Downloadplattformen für Software oder Datenbanken für Teilnehmer an Castings oder Arzneimitteltests entpuppten sich häufig als Kostenfallen.
In vielen Fällen konnte der Verband Unterlassungserklärungen der Betreiber erwirken. Allerdings konnten Abmahnungen meist nicht zugestellt werden, wenn der Sitz des Anbieters im europäischen oder außereuropäischen Ausland lag.
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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/joku/holz)
Gewalt in Syrien
Vielleicht könnte die EU mal Gesetze gegen Arbeitsverweigerung an der Regierung erlassen? Wofür bezieht dieses Geraffel eigentlich seine Vollversorgung? Nach Europa schreien kann auch ein Automat.
Hmmm???
Es gibt doch eine Unterschied: wann die Anbieter sich nicht an der Regelung halten, machen sich als Betrüger strafbar. Heute ist das noch nicht so, die Kunden können zwar nicht zur Zahlung gezwungen werden, aber die betrügerische Anbieter können auch nicht geklagt werden (beziehungsweise nicht erfolgreich, wie das einige schon erfahren haben). Deswegen ist diese Regelung (wann etwas zu spät) trotzdem nötig...
Absoluter Lesetipp: Unter http://www.abo-falle.de findet sich ein juristisches Blog zum Thema.
Wie lange läuft diese Abzockmasche nun schon?
Ich tippe auf gefühlte 5 Jahre. Es ist der klassische Dummenfang, wer zahlt, ist durch den Intelligenztest gefallen, denn die Ansprüche dieser Unternehmen ließen sich nicht gerichtlich eintreiben, da sie dort mit Pauken und Trompeten untergingen, wie die Pdf-Liste mit den einschlägigen Urteilen aufweist.
Mit Verbraucherschutz hat dies für mich wenig zu tun, wenn ich erst einmal fünf Jahr als Gesetzgeber zusehen. Die Sache ist natürlich auch zu schön, ganze Horden von Juristen konnten sich mit der Abzockerei und der Gegenwehr auseinandersetzen. Und wer sitzt mehrheitlich als Berufsgruppe im Bundestag? Juristen, ein Schelm, wer dabei Böses denkt.
Situation heute: Der Anbieter versteckt den Preis im Kleingedruckten und verschickt nach der Anmeldung Rechnungen.
Rechliche Bewertung: Es ist kein Vertrag zustandegekommen, man muss nicht zahlen.
Situation morgen: Die Politik schreibt Buttons mit Preisangaben vor. Die Anbieter halten sich nicht daran und verschicken nach der Anmeldung Rechnungen.
Rechliche Bewertung: Es ist kein Vertrag zustandegekommen, man muss nicht zahlen.
Wirkung der Änderung: Keine.
Täterätä, guten Morgen liebe Politiker. Das Geschäftsmodell beruht nicht darauf, dass die Leute einen Vertrag schließen, sondern darauf das ein Vertragschluss behauptet wird.
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