3-D, UHD, Internet Das muss ein Fernseher heute können

3-D, UHD, Internet - um überhaupt noch Fernseher zu verkaufen, lässt sich die Industrie immer wieder neue Schlagworte und technische Finessen einfallen. Doch das meiste davon bringt normalen Nutzern kaum etwas, die einfacheren Geräte tun es genauso. Ein Überblick.

Von Helmut Martin-Jung

Besucher sehen sich auf der CES in Las Vegas 3-D-Fernseher an.

(Foto: dpa)

Seit die Fernseher flach und der Zusatzgeräte viele geworden sind, kann man mit Bildschirmen so einiges anfangen. Einerseits. Nur leider ist andererseits bei der ganzen Begeisterung für all die neuen Möglichkeiten der Bedienungskomfort auf der Strecke geblieben. Vor allem teure Geräte bringen so viel Schnickschnack mit, dass man sich ein Bedienpult wünscht so groß wie im Raumschiff Enterprise. Aber muss das tatsächlich sein? Was muss ein Fernseher heute wirklich können, damit er seinen Zweck erfüllt? Ein Überblick.

3-D

Das Gute an 3-D-Fernsehern ist: Sie sind stets auch gute 2-D-Fernseher, denn um 3-D-Bilder in schneller Folge einmal fürs linke und einmal fürs rechte Auge anzuzeigen, muss die Elektronik schnell rechnen können, und das kommt auch 2-D-Bildern zugute. 3-D aber kann man eigentlich getrost von der Checkliste streichen - es gibt einfach zu wenig Inhalte, und außerdem nerven die Brillen. Man muss sich ja auf dem Gerät keine 3-D-Filme anschauen.

Kamera

Das Enkelkind studiert in Australien, und Sie würden so gerne mal länger mit ihm quatschen? Nein? Sie wollen überhaupt keine Bildtelefonate über das Internet führen? Dann ist auch die Kamera im Fernsehgerät nur eines: überflüssig. Es sei denn, Sie wollen versuchen, mit den Händen von einem Programm zum anderen zu zappen. Manche Fernseher bieten diese Gestensteuerung an. Sie funktioniert aber nicht besonders zuverlässig und ist daher nur unter medizinischen Gesichtspunkten zu empfehlen: Bewegt euch!

Sprachsteuerung

"Kommt denn heute nur Mist im Fernsehen?" - Wenn die Flachbildschirme das verstehen und darauf auch noch reagieren könnten, das wär' doch mal was. Das Merkmal, das einige teure Geräte mitbringen, eignet sich aber vor allem dazu, die Fernbedienung teilweise zu ersetzen. Umschalten, lauter, leiser - recht viel mehr geht nicht. Und das aber auch bloß, wenn es im Zimmer sonst ruhig ist und niemand dazwischenquatscht. Muss man nicht haben.

Internet

Es macht zwar keinen Spaß, über ein TV-Gerät normale Internetseiten aufzurufen. Denn will man mehr lesen als die Überschriften, muss man sehr nah heranrücken. Außerdem ist die Steuerung über die normale Fernbedienung nicht sehr komfortabel. Aber: Viele Sender stellen mittlerweile eine ganze Menge an Sendungen in ihren Mediatheken zum Abruf bereit. Hat man also einen interessanten Beitrag verpasst, kann man ihn sich ansehen, wenn man Zeit dazu hat. Das funktioniert auch über das als Nachfolger für den guten alten Videotext gedachte HbbTV - eine Art aufgemöbelter Videotext mit Internetanschluss. Und auch die Videoplattform Youtube und andere Angebote lassen sich vom Fernseher aus nutzen. Falls der Fernseher keinen Internetanschluss hat, lässt sich diese Fähigkeit aber auch leicht nachrüsten. Einziger Nachteil: Dann steht wieder ein Zusatzkästchen neben dem Fernseher, auf dem Tisch gibt's Zuwachs bei den Fernbedienungen, insgesamt ist es aber eine der Neuerungen, die noch am meisten bringen. Leider hat sie auch Nachteile: Ein Hersteller, LG, musste vor Kurzem zugeben, dass er über die Internetfunktion auch Daten über seine Kunden gesammelt hat.