Hilfe bei der Studienwahl Schnupperkurs für Unentschlossene

Studieren ja - doch was? Soll man eher eine stark berufsbezogene Richtung einschlagen oder sich vielleicht doch an eine Geisteswissenschaft wagen? Ein mehrmonatiges "Studium generale" kann zweifelnden Abiturienten auf die Sprünge helfen. Denn dabei erhalten sie Einblick in unterschiedlichste Fachrichtungen.

Die Auswahl ist riesig: Etwa 7000 Bachelorstudiengänge gibt es zurzeit in Deutschland. Doch welchen wählen? Für Unentschlossene ist ein einjähriges Studium generale eine gute Idee. "Es ist empfehlenswert für die, die sich überhaupt nicht für eine Fachrichtung entscheiden können", sagt Birgit Dömkes, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur in Heidelberg.

Etwa 700 Bachelorstudiengänge gibt es in Deutschland - Abiturienten fällt da die Wahl ihres Studienfaches oft schwer. Ein "Studium generale" kann Orientierung schaffen.

(Foto: dapd)

"Und für die, die Zweifel haben, ob ein Studium überhaupt das Richtige für sie ist." In der Tendenz seien das immer mehr Abiturienten. "Das Angebot ist so riesig. Viele wissen gar nicht mehr, wo sie anfangen sollen."

Unter dem Studium generale versteht man in Deutschland zwei Dinge. Zum einen eine für alle offene und meist nicht verpflichtende Vorlesungsreihe an der Universität, in der Professoren aus allen Fachrichtungen Einblicke in ihr Gebiet gewähren. Eine solche Vorlesung kann jeder Student parallel zu seinem Fachstudium besuchen.

Zum anderen versteht man darunter ein Projekt, meist zwei Semester lang, das der Studienorientierung von Abiturienten dient. Manche sind an der Universität eingeschrieben, andere nicht.

Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie in dieser Zeit in der Gruppe gemeinsam verschiedene Fachrichtungen in Vorlesungen und Seminaren ausprobieren und so nach und nach entdecken können, was ihnen liegt. Im Idealfall hören sie Vorträge von Philosophie bis Physik, von Jura bis Musik - ein intellektueller Selbstfindungstrip.

"Nach zehn Monaten wissen alle, was sie interessiert"

Die Reise zu ihren Interessen starten jedes Jahr circa 50 Abiturienten im Leibniz Kolleg in Tübingen. "Unsere Kollegiaten bekommen eine Einführung in die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens", erklärt Michael Behal, Leiter des Kollegs. Dann können sie wählen zwischen Seminaren aus den Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Rechts- und Sozialwissenschaften. Dazu gibt es Arbeitsgruppen in Fotografie, Theater oder Creative Writing.

Die Seminare leiten Dozenten des Leibniz Kollegs und der Universität Tübingen. Fast ein Jahr dauert das Kolleg. Während dieser Zeit leben die Kollegiaten gemeinsam in einem Haus in Tübingen. Umsonst ist das Jahr nicht, doch die Kosten sind moderat. Pro Monat liegen sie mit Unterkunft ohne Verpflegung bei 440 Euro. Bei Bedürftigkeit müssen nur 200 Euro pro Monat bezahlt werden.