Deutsche Hochschulen Politik plant auch künftig Förderung exzellenter Unis

Die Berliner Humboldt-Universität gehört zu den deutschen Eliteuniversitäten.

(Foto: dpa)

Mit der Exzellenzinitiative wurden bisher fünf Milliarden Euro zusätzlich in Forschung investiert. Diese Förderung soll einer Vorlage der deutschen Wissenschaftsminister zufolge über 2017 hinaus verlängert werden. Profitieren soll dabei aber nicht nur die Forschung.

Von Johann Osel

Spitzenforscher und herausragende Hochschulen sollen auch in Zukunft Milliarden durch ein separates Programm erhalten: die Exzellenzinitiative. Mit dem 2005 lancierten Wettbewerb in drei Kategorien wurden bislang fast fünf Milliarden Euro zusätzlich in Forschung investiert, öffentlich große Aufmerksamkeit fand die Kür von "Elite"-Universitäten (in der aktuellen Runde sind es elf). Die Initiative endet 2017, die Fortsetzung war zuletzt fraglich.

Ende Oktober wollen nun die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern in ihrer gemeinsamen Konferenz (GWK) die Fortführung beschließen. In einer Vorlage für die GWK-Sitzung, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, heißt es: "Die Exzellenzinitiative hat in sehr erfolgreicher Art und Weise eine neue Dynamik in das Wissenschaftssystem gebracht, die Bund und Länder in gemeinsamer Verantwortung und Finanzierung auch über 2017 hinaus erhalten und ausbauen wollen." Womöglich könnten dann sogar die Fachhochschulen mitmachen, nicht nur Universitäten.

Kritik vom Studenten-Dachverband fzs

Details, was genau gefördert wird, sind noch zu erarbeiten, das Papier spricht aber von "Exzellenz in allen Leistungsbereichen der Hochschulen". Damit folgen die Minister dem Wissenschaftsrat. Das Beratergremium fordert, dass außer Forschung andere Bereiche als exzellent bezuschusst werden können, zum Beispiel Lehre für Studenten oder "Transfer" von Wissenschaft in die Wirtschaft.

Der Chef des Rates, Manfred Prenzel, hatte der SZ gesagt: "Dass man vielerorts großartige Lehre bietet, dass Absolventen danach gut unterkommen - darüber wird meist zu wenig gesprochen." Der Studenten-Dachverband fzs beschrieb die Initiative mal frech, unter Verweis auf ihren elitären Zuschnitt: "Das ist ungefähr so, wie wenn man versucht, eine Finanzkrise zu lösen, indem ein Milliardenschirm auf die 50 reichsten Menschen der Welt verteilt wird."