Die Gegner des Entscheids sind frustriert. Sie haben sich im Café Atlas getroffen, drinnen wird nicht geraucht. Trotzdem. Auf blauen Feuerzeugen steht "Feuer für die Freiheit". Und der Wirt unterstützt das Aktionsbündnis "Bayern sagt Nein", weil er befürchtet, dass jetzt die Wirte der kleinen Kneipen, der Pilspubs an den Ecken, Probleme kriegen. "Asozial" findet er das. Es sei eine Minderheit, die den Verbotsstaat durchsetzen wolle - diese Meinung vertritt man im Café Atlas. Franz Bergmüller, der Chef des Bündnisses, glaubt nicht, dass nun Ruhe einkehrt im Land. Dafür hätten sich zu wenige an der Abstimmung beteiligt. "Es ist uns nicht gelungen, die Aufklärungskampagne in Mobilisierung umzusetzen", sagt Bergmüller.
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Er schimpft auch auf die CSU. Die habe die Niederlage mitzuverantworten, weil sie das Gesetz erst gelockert, es aber jetzt nicht verteidigt habe. Ähnliches kommt am Abend von der FDP. Die Liberalen hatten dafür geworben, den Volksentscheid abzulehnen. Die CSU habe sich "weggeduckt", kritisiert FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß.
9,4 Millionen Bayern waren an die Urnen gerufen, aber die Beteiligung lag nur bei gut einem Drittel. In Nürnberg stimmten 63,4 Prozent für ein strenges Rauchverbot, in Augsburg, fast 60 Prozent. 64,3 Prozent waren es in Regensburg, in Ingolstadt sogar 70 Prozent. Am meisten waren es in Erlangen mit 73 Prozent. Nur in einem Landkreis stimmte eine knappe Mehrheit gegen die Verschärfung: im oberfränkischen Wunsiedel.
Der Volksentscheid beendet nun das jahrelange Hin und Her um das bayerische Rauchverbot. Als neuer CSU-Fraktionschef im Landtag gab Georg Schmid vor drei Jahren den starken Mann und setzte das strikte Rauchverbot durch. Das strengste aller deutschen Gesetze sollte es sein, das am 1. Januar 2008 in Kraft trat. Doch es wurde zur Farce: Tausende Wirte unterliefen das Gesetz, indem sie ihre Kneipen als Raucherklubs deklarierten. Und in den meisten Fällen versuchten die Behörden erst gar nicht, das Gesetz durchzusetzen. Als die CSU dann bei der Kommunalwahl 2008 herbe Verluste einfuhr, machten viele das Rauchverbot dafür verantwortlich. Prompt wurden eine Lockerung beschlossen, in Festzelten durfte wieder geraucht werden - rechtzeitig vor der Volksfestsaison. Dann kam der Absturz bei der Landtagswahl im September 2008. Und der neue Regierungschef Seehofer kündigte Lockerungen an. Beschlossen wurde: ein Rauchverbot mit Ausnahmen für kleine Kneipen, Nebenräume und Festzelte.
Aber das ständige Schrauben am Nichtraucherschutzgesetz hatte viele Bayern verärgert. Als die ÖDP ein Volksbegehren startete, war die Beteiligung hoch: 1,3 Millionen Bürger unterschrieben, deutlich mehr als die benötigten zehn Prozent. In der CSU verstanden viele das Signal und hielten sich bei den Kampagnen um den Volksentscheid auffällig zurück. Man respektiere die Entscheidung des Souveräns und wolle deswegen keine Empfehlung aussprechen, so lautete die offizielle Sprachregelung. Und mancher merkte selbstironisch an, dass es ja ohnehin egal sei, welches Gesetz in Kraft trete. Es sei auf jeden Fall eines, das die CSU irgendwann schon einmal beschlossen habe.
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(SZ vom 05.07.2010/hai)
Die neueste Antwort
…weil wir so vielleicht eine bessere Welt zusammenbasteln können. Wir dürfen jetzt nur nicht stehen bleiben, sondern so weitermachen!
Deshalb meine ersten Vorschläge (am besten als Sammel-Volksentscheide mit nur einem JA oder NEIN):
- Verbot der hohen Preise in der Maximilianstraße, damit Leute wie du und ich dort shoppen können
- Burka-Verbot, weil, was die Franzosen können, können wir schon lange!
- Verbot von FKK-Stränden - einfach weil die Nacktbader eine Minderheit sind (und weil es ökonomisch problemlos ist)
- Verbot, sich öffentlich zu küssen (Anblick)
- Verbot von Bierbäuchen (Anblick)
- Verbot, dass alte, gebrechliche Menschen auf die Straße gehen (kann Angst vorm eigenen Tod verursachen)
- Verbot für Kinder, in Innenhöfen zu spielen (weil wir das früher schon so oft hatten)
- Verbot von Alkohol, Salz, Zucker, Fett, Medikamenten, Waffen und Skifahren (wegen Gesundheit)
- Verbot von Atomkraftwerken (Strahlung), Gas- und Kohlekraftwerken (Luftverschmutzung), Windrädern (Verschandelung der Landschaft), Wasserkraftwerken (Eingriff in die Natur) - wird zwar schwierig, aber verbieten kann man es ja mal
- Verbot von kotenden Haustieren (Hygiene)
- Verbot von Handys, weil es Handy-Hasser gibt
- Kruzifix-in-Schulen-Verbot - geht leicht, da schon vorbereitet
- Verbot von Leserkommentaren (lenkt ab und kostet Zeit)
- Verbot von Politikern, weil wir das jetzt selber machen
- Verbot von irgendwas mit Autos (wird auch schwierig, aber so ein Verbot wäre voll der Knaller, weil es so viele Autofahrer gibt!)
- vielleicht ein "Allgemeines Verbot" (im Grundgesetz, ganz ohne Inhalt, nur zum Aufwärmen)
Seid kreativ! Ich sehe schon die Brave New World dämmern.
Hi. Die Tendenz ist doch, die Menschen zu normieren und durchzuformatieren. Auch die kleinsten Nischen werden ausgemerzt.
Und das alles in einer Demokratie, die doch eigentlich Freiheit und individuelle Lebensentwürfe garantieren soll. Was ist denn sonst der Zweck der Demokratie?
Die bayerische Anti-Raucher-Sache trägt ganz klar faschistoide Züge. Passivrauchen! Ist ja lachhaft. Als wenn jeder jederzeit in jede kleine Eckkneipe gehen müsste. Es gibt Leute, die gehen nie in die Oper, weil Operngesang sie nervt. Andere gehen nie in ihrem Leben in ein Fußballstadion, weil das einfach nicht ihr Ort ist. Nächstes Volksbegehren: die Lautstärke in Diskotheken wird drastisch herabgesetzt, damit sich auch alte Leute und Kleinkinder dort aufhalten können.
Wo ist das Problem für die 23% der Bayern, die das Verbot durchgesetzt haben? Sicher haben sie nicht viel nachgedacht. Da war wohl nur der Wunsch, dass alle und alles noch gleicher wird.
Wo leben wir denn eigentlich ??
Nichtraucher bestimmen und urteilen über Raucher. Als diese sich zurückgezogen haben und sich in kleinen Kneipen getroffen haben ( unter Ausschluss von Jugendlichen), wurde ihnen auch das Essen verwährt.( ausser einem kleinen Imbiss! )
Das reicht noch nicht. Der Raucher muss ausgerottet werden. Menschenrechte-?-Nein nicht für diese Sorte von Mensch.Da ändert man das Gesetz.Es ist diesem Menschen nicht erlaubt,sich wie andere,sich mit seinesgleichen in seinen speziellen Lokalen zu amüsieren.Der letzte Rückzug wurde Ihm auch noch genommen !! Dank des neuen Gesetzesentwurf, den die allermeisten Wähler nicht mal gelesen haben.AUF DEM WAHLZETTEL STAND DER NICHT !!!! Gott sei Dank. Man hätte sich ja vorher informieren können, einige haben das vielleicht auch getan, aber nur einige. Von wegen Nichtraucherschutz--Raucherdiskriminierung per Gesetz. Danke.
Schon jetzt darf in den meisten Gaststätten nicht geraucht werden. Deshalb gehe ich dort hin, wo sich der Wirt und die andere Gäste daran nicht stören. Auch künftig. Zu einem guten Bier gehört eine gute Zigarette - das wird sich auch durch Gesetze nicht ändern.
"Ansonsten
wäre zu befürchten, dass die nächste Volksabstimmung wohl
" Moslems sollen aus Deutschland ausgewiesen werden"
lauten würde."
Pfff... mal abgesehen davon, dass dies nie passieren wird. Punkt ist aber, DAS wäre verfassungswidrig, egal wie abgestimmt würde. Das, was wir uns SO erkämpft haben, ist aber schon lange als absolut verfassungskonform abgesegnet.
Also hören Sie doch auf mit diesen schwachsinnigen Vergleichen. Es passt Ihnen nicht, was die Mehrheit will, geschenkt. Es wird aber kommen, und wenn Sie wollen, dass wegen renitenter Weiter-Raucher ein Wirt Strafe zahlen muss, dann sind SIE es, die Wirte in die Pleite treiben... denn die Kneipe möchte ich mal sehen, wo ein Bußgeld von 1000 Euro aus der Portokasse gezahlt wird!
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