Umbau des Curt-Frenzel-Stadion Prüfer rüffeln Stadt Augsburg

Play-Offs im Curt-Frenzel-Stadion: Beim Umbau der Arena gibt es zahlreiche Ungereimtheiten.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der Umbau des Augsburger Curt-Frenzel-Stadions ist ein einziges Desaster: Zuschauer konnten auf den neuen Tribünen große Teile der Eisfläche nicht mehr sehen - und Oberbürgermeister Gribl hält Akten unter Verschluss. Zudem stieß der kommunale Prüfungsverband jetzt auf Auffälligkeiten bei der Abrechnung.

Von Stefan Mayr

Das Vorgehen der Augsburger Stadtregierung beim Umbau des Eisstadions war "kommunalrechtlich nicht zulässig". Zu diesem Ergebnis kommt der Bayerische Kommunale Prüfungsverband (KPV) in seinem Bericht, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Die angewandte Praxis dürfe künftig "keinesfalls mehr hingenommen werden". Die Prüfer üben gleich in mehreren Punkten scharfe Kritik an den Vorgängen auf der Pannenbaustelle.

Im Oktober 2010 hatte das Curt-Frenzel-Stadion bundesweit Schlagzeilen und Spott ausgelöst, weil die Zuschauer auf den neuen Tribünen große Teile der Eisfläche nicht sehen konnten. Doch diese Fehlplanung spielt in dem Bericht, der 27 Seiten plus einen daumendicken Anhang umfasst, nur eine untergeordnete Rolle. Hauptkritikpunkt ist vielmehr, dass der Stadtrat während des Stadionumbaus weder über die massiven Planungsänderungen noch über die Kostensteigerungen informiert wurde - ganz zu schweigen davon, dass die gewählten Vertreter der Bürgern über die Änderungen mitbestimmen konnten.

Damit gibt der KPV auf ganzer Linie der Rathaus-Opposition Recht, die das Verhalten des Oberbürgermeisters Kurt Gribl (CSU) und seiner Bau- und Sport-Referenten seit langem scharf kritisieren. Weil OB Gribl die Verantwortung stets auf die Architekten geschoben hatte, setzte die Opposition eine Prüfung der Vorgänge durch den KPV durch. Dessen Bericht bringt nun auch weitere Aspekte ans Tageslicht, die bisher in der Öffentlichkeit noch gar nicht diskutiert wurden. So stellen die Prüfer auch "Auffälligkeiten bei Zahlungsvorgängen" fest.

Insgesamt listet der Bericht drei Kritikpunkte auf, bei denen der KPV dringenden Handlungsbedarf sieht. Vor allem dürfe es nicht mehr vorkommen, dass die Stadt ihre Tochtergesellschaft "Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung" (AGS) mit einem Bauprojekt beauftragt, und dass dieses dann wie im Fall Eisstadion den Grundsatzbeschluss des Stadtrates massiv umplant, ohne sich dafür grünes Licht bei den Stadträten zu holen.

"Die Zuständigkeit des Stadtrates (. . .) für in dessen Verantwortungsbereich fallende Entscheidungen wurde nicht beachtet", schreiben die Prüfer. "Der Stadtrat ist künftig rechtzeitig zu informieren und seine Zuständigkeit für Projektentscheidungen ist zu beachten." Eine "Übertragung von Hausmitteln im Block zur eigenständigen Bewirtschaftung" sei "kommunalrechtlich nicht zulässig" - auch wenn dies in Augsburg "in steter Übung seit Jahren" so praktiziert worden sei.