NSU-Ausschuss Forster verteidigt umstrittenen Auftritt

Bereits zum zweiten Mal hat Gerhard Forster im Landtag zur Neonazi-Mordserie ausgesagt - und seinen umstrittenen Auftritt verteidigt. Die öffentliche Aufklärungsarbeit macht der Ex-Verfassungsschützer dafür mitverantwortlich, dass V-Leute künftig wohl nicht mehr für eine Zusammenarbeit bereit seien.

Im Untersuchungsausschuss des Landtags zur Neonazi-Mordserie hat am Dienstag zum zweiten Mal der ehemalige bayerische Verfassungsschutzpräsident Gerhard Forster ausgesagt. Allerdings verweigerte Forster in öffentlicher Sitzung bei zahlreichen Fragen eine Antwort. Der Ex-Verfassungsschützer machte die öffentliche Aufklärungsarbeit dafür mitverantwortlich, dass seiner Einschätzung nach V-Leute künftig wohl nicht mehr für eine Zusammenarbeit mit den Behörden bereit seien: "Das ist das Ende des klassischen Verfassungsschutzes mit V-Leuten", sagte er.

Forster verteidigte zudem seinen umstrittenen Auftritt im Untersuchungsausschuss vom Oktober. Forster sagte, er habe damals "umfangreich" geantwortet. Zudem habe er darauf hingewiesen, dass seine Erinnerung "schon sehr verblasst ist". Forster fügte hinzu: "Ich bin seit elf Jahren aus dieser Materie völlig draußen." Er werde "den Teufel tun" und bei bestimmten Fragen noch einmal sagen, er wisse etwas nicht. Richtig sei vielmehr: "Ich erinnere mich einfach nicht."

Die Vertreter der Opposition im Ausschuss bezweifeln unter anderem die Darstellung, dass das Landesamt für Verfassungsschutz keinen V-Mann mit Kontakt zu den Mitgliedern der späteren Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) beschäftigt hat. Bayern war seit dem September 2000 Tatort der Hälfte der zehn NSU-Morde in Deutschland. Medien hatten berichtet, das Amt habe einen fränkischen Rechtsextremisten als V-Mann im Umfeld der späteren Terrorzelle geführt.