Bei den Verhandlungen mit der CSU ist die FDP den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Streitthemen wurden einfach ausgespart.
Es gibt viele Menschen in Bayern, die haben bei der Wahl sehr strategisch gedacht: Sie haben ihre Stimme ganz bewusst der FDP gegeben, weil sie ahnten, dass sie der wahrscheinlichste Koalitionspartner der CSU werden würde und sie mit ihrer Stimme für die Liberalen deshalb der CSU am deutlichsten eine Änderung ihrer Politik abringen könnten.
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Schäkern, bevor sie den Koalitionsvertrag unterzeichnen: Horst Seehofer und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. (© Foto: AP)
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Nun ist der Koalitionsvertrag unterschrieben, der neue Regierungschef gewählt und die FDP-Wähler reiben sich die Augen: Denn all das, was sie sich von der Durchsetzungskraft der Liberalen erhofft hatten, ist verpufft wie warme Luft im Föhnwind.
Wer das Regierungsprogramm der Koalitionäre von CSU und FDP einmal aufmerksam liest, entdeckt in den wirklich wichtigen Punkten nichts, was die CSU nicht aus eigenem Antrieb geändert hätte: Den Übertritt der Kinder von der Grundschule auf weiterführende Schulen wollte die CSU schon von sich aus erleichtern, weil sie den Zorn der Eltern über die starre Regelung spürte. Ihren Wunsch nach einer sechsjährigen gemeinsamen Schulzeit hat sich die FDP schon in der ersten Runde abhandeln lassen.
Ohnehin hat die FDP nur die Türen eingerannt, die die CSU bereits weit geöffnet hatte: Sie hat der CSU damit elegant Änderungen ihrer verfehlten Politik ermöglicht, die die Schwarzen andernfalls als Korrektur peinlicher Fehler hätten selbst eingestehen müssen: die Lockerungen beim Versammlungsrecht zum Beispiel.
Alles, wo sich die FDP hätte richtig streiten müssen, hat sie einfach ausgespart und nach Brüssel oder an die Justiz delegiert: zum Beispiel beim Ausbau der Donau, über den nun die EU befinden soll. Oder sie hat als tolles Verhandlungsergebnis ausgegeben, was längst der Bund dekretiert hat: die Stärkung der erneuerbaren Energien zum Beispiel.
Die FDP ist den Weg des geringsten Widerstands gegangen und hat sich eine wahre Wohlfühl-Koalition gezimmert: zwei angenehme Ministerien, in denen man schön repräsentieren kann, allüberall Harmonie mit dem Regierungspartner, und das, obwohl die CSU so geschwächt war, dass man ihr fast alles hätte abringen können.
Doch das war nicht der Anspruch der bayerischen FDP: Sie wollte an die Regierung. Es reicht ihr, ein paar gelbe Spitzen ans schwarze Programm zu klöppeln - vorzugsweise für die eigenen Leute. So soll nun der Flughafen München ausgebaut werden, der in Oberpfaffenhofen aber nicht. Der Fluglärm über den Villen südwestlich von München ist in den Ohren der FDP eben viel lauter als der über dem Erdinger Moos.
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(SZ vom 28.10.2008/ssc)
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So wird das nix mit der CSU..... Oberpfaffenhofen war ein klitzekleiner Baustein - da gibt man nun nach, nachdem die FDP in Starnberg Oberpfaffenhofen als wichtigstes Thema hat. Bei Themen, die in der Stammwählerschaft der CSU wesentlich tiefer sitzen wie G8 und Studiengebühren, Landesbank, Donauausbau, Isental bewegt sich die CSU um gefühlte 0mm.
Wer wundert sich über das Verhalten der Liberalen? Sie machen alles mit, was ihnen in irgendeiner Weise den Zugang an die Fleischtöpfe ermöglicht. Nur keine zu großen Forderungen stellen. Hinter den Liberalen warteten schon die Freien Wähler. Die wären auch gerne mit Seehofer ins Bett gegangen.
Ich vergesse nicht, wie sich die Liberalen gewunden haben, als Koch 99 die Hessen-Wahl gewann und die sie mit ins Boot nahm und als dann Koch mit der Spenden-Judenvermächtnis-Affäre konfrontiert wurde. Diese Liberalen waren nicht in Lage, sich von diesem Ministerpräsidenten abzunabeln. Sie haben nicht einmal seinen Rücktritt gefordert.Solange die FDP irgendwie regieren kann, ist ihnen alles recht.
Jede andere Koalition (CSU/Grüne, CSU/SPD, CSU/FW) hätte die Chance für einen wirklichen Neuanfang geboten. Dass sich die CSU nach der herben Niederlage für den Wohlfühlpartner FDP entschieden hat, ist sogar menschlich verständlich. Diese Partei können sie nach Strich und Faden um den Finger wickeln, wenn sie ihr nur ein paar Posten anbietet.
Um so klarer wird die Abrechnung mit beiden Parteien bei der Bundestagswahl, die sowieso bedeutender ist als die bayerische Landtagswahl.
Der Tiefpunkt der CSU ist noch nicht erreicht - ihre nächste Formel heißt 40-x.
War doch zu erwarten, dass die FDP in Ihrem Mitregierungswahn ihre eigene Identität aufgibt. Was ist von einer Partei aus lauter Juristen, Zahnärzten, Apothekern und anderen Leichtberufen (es gibt auch ein paar wenige aus anderen Berufen) schon zu erwarten? Problemlösungskompetenz? Probleme erkennen? Fehlanzeige!!!!!
Und aus der CSU? Auch nichts was Probleme erkennen und beheben kann.
Und braucht man eine Vereinigung von intellektuell Schwachen? Nein!!! Die derzeitig Wirtschaftskrise hat uns gezeigt, ob in Bayern regiert wird oder nicht, ist nicht feststellbar und somit ist eine Staatsregierung vernachlässigbar.
Wenn man es gescheit im Leben anstellt, dann kommt man im Leben an dieser und jeder anderen Staatsregierung vorbei. Mich tangieren diese intellektuell Schwachen nur sehr marginal bis gar nicht. Am besten nimmt diese Leute gar nicht wahr und ignoriert sie. Werde mir die Namen der Minister/-innen sicherlich nicht merken und werde ganz stolz drauf sein. Es gibt wichtigere Dinge im Leben die man kennen und können muß und Namen von intellektuell Schwachen und unbedeutenden Leuten zu lernen ist Energieverschwendung.
Staunenswert, wie der Herr Ministerpräsident das hingekriegt hat.
Donau"ausbau" und Isentalzerstörung: ein bisschen später. Großes Sieb Vierte Klasse" - wie gehabt. Und dazu wohl auch noch Frau Hohlmeier.
Da liegt er nun, der große Tiger FDP, als Bettvorleger bei Seehofers.
Paging