Kritik an Florian Pronold "Mühlstein am Hals der Partei"

Die bayerische SPD kommt nicht zur Ruhe. Nach der heftigen Kritik von Michael Adam an Florian Pronold haben auch andere SPD-Politiker Vorwürfe erhoben. Der Landeschef spalte die Partei und fördere nur Genossen, die ihm nicht gefährlich werden können.

In der Kritik: Bayerns SPD-Chef Florian Pronold.

(Foto: dapd)

Am Samstag standen die Zeichen auf Versöhnung. Nach der Kritik von Michael Adam an dem bayerischen SPD-Chef Florian Pronold trafen sich die beiden zur Aussprache beim "Friedensgipfel" in Plattling und versuchten den Streit zu entschärfen. Adam hatte Pronold in der vergangenen Woche vorgeworfen, "nur Ja-Sager und Speichellecker" seien in Pronolds Parteizentrale erwünscht.

Doch nach Adam haben auch andere Politiker Kritik an Pronold geübt. "Pronold ist der größte Mühlstein am Hals der Partei", sagte der bayerische Juso-Vizechef Thomas Asböck dem Magazin Focus - noch vor dem Treffen in Plattling. Pronold spalte die Partei.

Dieser fördere Leute, die ihm nicht gefährlich werden könnten, engagierte Mitglieder würden dagegen "weggemobbt". Asböck forderte erneut, SPD-Spitzenkandidat Christian Ude müsse den Parteivorsitz übernehmen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Adelheid Rupp sagte vor wenigen Tagen dem Nachrichtenmagazin, die Parteispitze verhindere, dass fachlich kompetente SPD-Politiker zu Wort kämen. "Mit nur ein, zwei Leuten können Sie vielleicht eine Wahl im Saarland gewinnen, aber nicht in Bayern."

Bayerns Juso-Chef Philipp Dees sagte, er gehe davon aus, dass Pronold die geäußerte Kritik annehme und Veränderungen einleite. "Dann stellt sich keine Personalfrage."

Die Diskussion um den Landeschef hatte SPD-Hoffnungsträger Michael Adam mit einem Angriff gegen Pronold via Facebook ausgelöst. Nach der Aussprache mit Pronold am Samstag nahm Adam zwar die persönlichen Vorwürfe zurück, nicht aber die inhaltliche Kritik.