Mutmaßlicher NS-Kriegsverbrecher Ermittlungen zum Tod Demjanjuks eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat das Ermittlungsverfahren zum Tod des mutmaßlichen NS-Kriegsverbrechers Demjanjuk eingestellt. Die Vorwürfe der Hinterbliebenen, wonach Demjanjuk wegen einer Falschbehandlung in einem oberbayerischen Pflegeheim starb, seien haltlos.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat das Ermittlungsverfahren zum Tod des mutmaßlichen NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk eingestellt. Die Vorwürfe der Hinterbliebenen in einer Strafanzeige, dass Demjanjuk wegen einer Falschbehandlung in einem oberbayerischen Pflegeheim gestorben sei, seien haltlos, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Bernd Magiera.

Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten habe ergeben, dass "keine Kausalität zwischen dem eingetretenen Tod und der ärztlichen Behandlung besteht". Demjanjuk war Mitte März im Alter von 91 Jahren in einem Pflegeheim in Bad Feilnbach gestorben. Drei Monate später hatte die Familie Demjanjuks eine Strafanzeige wegen Totschlags gegen die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal gestellt. Ihnen wurde die unsachgemäße Verabreichung des Schmerzmittels Novalgin vorgeworfen.

Demjanjuk war im Mai 2011 in München wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord an Juden zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Dennoch blieb der 91-Jährige nicht in Haft - das Gericht hob aus Gründen der Verhältnismäßigkeit den Haftbefehl vorerst auf. Seine Schuld wurde nie mehr abschließend juristisch geklärt: Anwälte und Staatsanwaltschaft hatten das Urteil angefochten, im nächsten Schritt hätte der Bundesgerichtshof entscheiden müssen. Es wurde somit nicht rechtskräftig.