Internetpläne gestoppt Walter Mixa sagt zweiten Comeback-Versuch ab

Mit einem Facebook-Profil und einer Internetseite wollte der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa junge Menschen für die Kirche gewinnen. Doch daraus wird erst einmal nichts.

Von Tobias Dorfer

Am Ostermontag wird Walter Mixa 70 Jahre alt. Zu diesem Geburtstag wollte sich der ehemalige Bischof von Augsburg ein ganz besonderes Geschenk machen: eine eigene Internetseite und ein Facebook-Profil. Mixa virtuell: so wollte der erzkonservative Geistliche junge Menschen für die katholische Kirche begeistern.

Ganz nebenbei - so schien es - diente dieses Vorhaben wohl auch der eigenen Rehabilitation. Nach der Prügel- und Finanzaffäre, die Mixa sein Bischofsamt in Augsburg kostete, hatte ihm Papst Benedikt XVI. ihm "eine Zeit des Schweigens, der Sammlung und des Gebets" verordnet.

Nachdem er bei seinem ersten Comeback-Versuch - geplant war offenbar eine Vortragsreise und ein Buch mit dem Inhaber einer Selbstverteidigungsschule - zurückgepfiffen wurde, drängte Mixa in der vergangenen Woche mit einem Interview im Donaukurier, in dem er über seine Internet-Pläne sprach, erneut an die Öffentlichkeit. Und tatsächlich: Auf www.bischof-mixa.de fanden seine Anhänger in den vergangenen Tagen einen Hinweis auf den Start des Projekts.

Jetzt ist offenbar auch dieser zweite Comeback-Versuch gescheitert. "Die Reaktionen auf die geplante Freischaltung dieser Internetpräsenz waren dergestalt, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Freigabe für das Anliegen der Glaubensverkündung wenig hilfreich zu sein scheint", hieß es an diesem Dienstag auf der Internetseite.

Begeistert war die Kirche ohnehin nicht von den Plänen. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hatte sofort klargestellt, dass Mixa keinerlei Auftrag für seine neuerliche Offensive habe - vom Segen der ehemaligen Amtsbrüder ganz zu schweigen. "Das ist eine Privatsache des Bischofs Mixa", sagte Sprecher Matthias Kopp. "Für bischöfliche Beauftragungen ist die DBK zuständig. Einen solchen Auftrag gibt es hier nicht." Das ist für DBK-Verhältnisse eine überdeutliche Distanzierung von Mixa.

Wortkarg gab sich auch die katholische Kirche im heimischen Bayern. "Herr Mixa ist frei, zu tun und lassen, was er für richtig hält", sagte ein Sprecher des Bistums Eichstätt, in dem Mixa derzeit wohnt. Auch das Bistum Augsburg wollte sich nicht in Verbindung mit dem Vorhaben seines ehemaligen Oberhirten in Verbindung bringen lassen. "Dazu sagen wir nichts", so ein Sprecher.

Im Internet hatte Mixa bislang ohnehin nicht allzu viele Freunde gewonnen. Wer derzeit auf Facebook nach Walter Mixa sucht, der stößt auf eine Seite mit dem englischsprachigen Wikipedia-Eintrag.

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