Forderung des Lehrerverbandes abgelehnt Ministerium hält Sexualunterricht für ausreichend

"Offene Aufklärung an Schulen ist rar - Heranwachsende werden mit ihren Problemen oft allein gelassen", findet der Bayerische Lehrerverband - und hat mehr Sexualkunde gefordert. Das Kultusministerium ist anderer Meinung.

Das Kultusministerium hat eine Forderung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) nach mehr Sexualkundeunterricht zurückgewiesen. "Die Lehrkräfte an bayerischen Schulen bieten im Unterricht eine umfassende und offene Aufklärung an", sagte Ministeriumssprecher Ludwig Unger.

Der BLLV hatte die Forderung zuvor mit dem steigenden Internetkonsum unter Jugendlichen begründet. "Weil umfassende und offene Aufklärung an den Schulen rar ist, werden Heranwachsende mit ihren Problemen oft allein gelassen", sagte Verbandspräsident Klaus Wenzel. Kinder und Jugendliche verbrächten Stunden im Internet und würden dabei auch mit pornografischen Bildern konfrontiert. Hier würden oftmals extreme Rollenklischees transportiert und Gewaltdarstellungen erotisch verpackt. Pornografie führe bei Kindern zu Überforderung, Verstörung und Ekel.

Ministeriumssprecher Unger sieht hier allerdings nicht allein die Sexualerziehung gefordert. "Um die weitverbreiteten erotischen und pornografischen, aber auch gewaltverherrlichenden Darstellungen richtig einordnen und damit richtig umgehen zu können, benötigen die Schülerinnen und Schüler eine umfassende Werte- und Persönlichkeitserziehung und Medienbildung", sagte Unger. Und dies werde in den Schulen bereits fächerübergreifend geleistet.