Vielleicht braucht man doch für jede Straßen-, Transport- und Gemütslage ein anderes Auto. An einem Wintertag wäre dann die dritte Generation eines Geländewagens zu empfehlen, der einst wie ein Sofa auf einem Traktor-Fahrgestell wirkte. Über eine Ausfahrt mit dem Mercedes ML 350 Bluetec 4Matic auf den verschneiten Straßen des Apennin.
Es mag ja sein, dass die Vorstellung, man habe ein Auto, das zu einem gehöre in allen Lagen, eine den tatsächlichen Bedürfnissen kaum angemessene Idee ist. Schon weil sie zur Folge hat, dass man sich häufiger nach seinem Auto richten muss, als dieses sich auf seinen Besitzer einstellt.
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Kübelform, modernisiert: Die M-Klasse von Mercedes ist ein Elefant, mit der man zur Not als Nussknacker im Ballett auftreten könnte. (© Daimler AG )
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Vielleicht wäre es sinnvoller, je nach Straßen-, Transport- und Gemütslage ein anderes Auto zu fahren. Wäre es so weit, wäre für einen Wintertag im Apennin sowie für ähnliche Gelegenheiten dringend zu empfehlen: ein Mercedes ML. Auf dem Markt ist jetzt die dritte Generation dieses Fahrzeugs, das zum ersten Mal vor fünfzehn Jahren vorgestellt wurde, als zwar großer, aber seltsam amerikanischer SUV, der wirkte, als habe man ein nicht ganz sauber verarbeitetes Sofa auf das Fahrgestell eines Traktors gesetzt.
Stark, ohne je roh zu wirken
Groß ist dieses Auto geblieben. Auch die Kübelform hat es, in modernisierter Fassung, behalten. Und immer noch ist da die Anmutung eines - längst sehr viel anspruchsvoller gestalteten - Wohnraums mit schweren Sesseln, polierten Oberflächen, breiter Mittelkonsole und einem Fahrgefühl, das seltsam getrennt zu sein scheint vom Untergrund, über den sich der Wagen bewegt. Letzteres kann noch immer irritieren, vor allem, weil man in gewöhnlichen und vermutlich auch in vielen ungewöhnlichen Situationen keine Sekunde lang die Kontrolle über das Fahrzeug verliert.
Der Mercedes ML ist ein Elefant, mit dem man zur Not als Nussknacker im Ballett auftreten könnte: erstaunlich wendig und mit relativ kleinem Wendekreis. Er reagiert mit großer Präzision, er ist stark, ohne je roh zu wirken, und er kommt auch dann noch voran, wenn der Verkehr anderswo längst zum Erliegen gekommen ist.
Schon im Arnotal lag Schnee, und dass ein heftiger Wind wehte, war selbst in diesem Koloss zu bemerken. Die Autobahn von Florenz und Bologna gehört, jedenfalls in den noch nicht ausgebauten Teilen, zu den eher mühsam zu fahrenden Fernstraßen in den zivilisierten Teilen Europas. Je weiter hinauf es dann ging, desto heftiger schneite es, bis der Schnee, ausgenommen einer schmalen Spur in der Mitte der Fahrbahn, auch auf der Straße liegen blieb.
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"Vielleicht braucht man doch für jede Straßen-, Transport- und Gemütslage ein anderes Auto."? Etwas Hirn würde schon reichen. ; )