Konsequenzen nach Manipulation ADAC gibt Betrug zu

Seit Tagen schwelt der Vorwurf, der ADAC habe Zahlen bei der Publikumswahl zum "Gelben Engel" manipuliert. Nun hat Michael Ramstetter, Kommunikationschef und Chefredakteur der Mitgliederzeitung "Motorwelt", den Betrug zugegeben und sämtliche Ämter niedergelegt.

Michael Ramstetter, ADAC-Kommunikationschef und Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift Motorwelt, hat bei Gesprächen mit der ADAC-Führung eingeräumt, die Stimmzahlen bei der Leserwahl zum "Lieblingsauto der Deutschen", dem "Gelben Engel", manipuliert zu haben. Das berichtet die Bild am Sonntag (BamS). Er habe seinen persönlichen Fehler zugegeben und für sein Fehlverhalten um Entschuldigung gebeten. Er bedaure der Bild am Sonntag zufolge, der Glaubwürdigkeit des ADAC Schaden zugefügt zu haben.

Am Dienstag hatte die Süddeutsche Zeitung Manipulationsvorwürfe gegen den ADAC veröffentlicht. Seit zehn Jahren verleiht der Autoclub den "Gelben Engel" für die Autos des Jahres. Als Grundlage gibt der ADAC Umfragen unter den Lesern der Mitgliederzeitschrift Motorwelt an, wollte in diesem Jahr aber keine konkreten Ergebnisse veröffentlichen. Der SZ liegen interne Unterlagen vor, denen zufolge in Wahrheit weit weniger Mitglieder bei der Wahl zum Auto des Jahres abstimmten, als der Verband behauptet. Der VW-Golf zum Beispiel, zum neuen Lieblingsauto der Deutschen gekürt, erhielt demnach statt der ADAC-intern schon verbreiteten 34.299 Stimmen nur 3409 Stimmen.

Bis zuletzt hatte die ADAC-Spitze die Betrugvorwürfe dementiert. Sie ordnete nun eine interne Prüfung der Preisvergabe an. Auch die vergangenen Jahre sollen überprüft werden. 2015 soll der Leserpreis in einem notariell beaufsichtigten Verfahren vergeben werden.

Michael Ramstetter hat sämtliche Funktionen und Aufgaben im ADAC niedergelegt.