Deutschlands Einparkmeisterin Blondinen parken besser

Deutschlands Einparkmeister ist eine Frau. Sabine Langer hat sich gegen drei Männer und vier Frauen durchgesetzt. Zur Belohnung darf die 45-Jährige nun zur Formel 1 nach Monaco. Vorher hat sie uns verraten, wieso sie mit ihrem Mann als Beifahrer den Wettbewerb wohl nicht gewonnen hätte.

Interview: Sascha Gorhau

Parken in New York Achtung, hier komm ich!

New Yorker Autofahrer brauchen nicht nur Ellenbogen im Verkehr, sondern auch gute Stoßstangen. Dieser Autofahrer in Brooklyn jedenfalls weiß, wie er sein Recht aufs Parken verteidigen muss.

(Video: zoom.in, Foto: zoom.in)

Sie musste eine Neun-Meter-Limousine einparken, dann in Plateauschuhen einen Lastwagen, schließlich hat sie sich gegen sieben Konkurrenten durchgesetzt: Sabine Langer ist Deutschlands inoffizielle Einparkmeisterin. Die 45-Jährige setzte sich gegen drei Frauen und vier Männer durch. Neben der fast neun Meter langen Limousine mussten die Teilnehmer unter anderem einen alten Kabinenroller und einen Renault mit Revolverschaltung einparken - und das sogar blind. Ihr Ehemann und ihr Vater seien stolz auf sie. "Es gibt Männer, die sagen: Eine Blondine als Einparkmeisterin, das kann gar nicht sein", sagt sie. Ehemann und Vater seien aber stolz auf sie. Doch mit ihrem Mann auf dem Beifahrersitz hätte sie den Wettbewerb wohl nicht gewonnen, sagt Langer im Gespräch mit Süddeutsche.de.

SZ: Wie kommt man auf die Idee, Deutschlands Meisterin im Einparken werden zu wollen?

Sabine Langer: Das war eine ganz spontane Idee. Ich liebe aber ohnehin alles, was sich mit einem Motor fortbewegt. Aufgrund meines Berufs bin ich auch viel unterwegs, zwischen 30.000 und 40.000 Kilometern im Jahr. Ich fahre auch leidenschaftlich Motorrad. Das hat mir im Wettbewerb übrigens sehr geholfen. Wir mussten mit einem Kabinenroller einparken. Der hatte einen Lenker. Da muss man schon wissen, wie man beispielsweise eine Kupplung kommen lassen muss. Da war ich durchs Motorradfahren natürlich geübt.

Die Gewinnerin der ersten deutschen Einparkmeisterschaft: Sabine Langer aus Düsseldorf. Langer musste fünf verschiedene Fahrzeuge möglichst schnell und präzise in die Lücke bewegen.

(Foto: dpa)

Waren die Disziplinen im Wettbewerb härter als auf der Straße?

Das war schon sehr anspruchsvoll. Beim Einparken des Lastwagens beispielsweise mussten die Männer High Heels tragen und wir Mädels mit Plateauschuhen fahren. Gefühl im Fuß hatten wir da nicht mehr wirklich.

Sie hatten eine Beifahrerin. Hätten Sie auch ohne die gewonnen, im Straßenverkehr ist sie ja schließlich auch nicht immer zur Stelle?

Meine Beifahrerin war eine gute Freundin, mit der bin ich ohnehin viel zusammen unterwegs. Wir sind ein eingespieltes Team. Ich muss schon zugeben: Wenn ich einen anderen Beifahrer gehabt hätte, dann hätte es nicht geklappt. Mit meinem Mann hätte ich das nicht geschafft.

Warum das denn?

Also mein Mann sitzt oft daneben und er fährt auch gerne bei mir mit. Aber wenn Männer Anweisungen geben, dann verhalten sie sich meist anders als Frauen. Männer werden schnell hektisch und laut. Frauen bleiben da eher gelassen und geben präzisere Anweisungen. Gerade in einer Wettbewerbssituation ist das wichtig.

Dann sind Frauen also die besseren Einparker?

Nein, nicht automatisch. Ich finde, Mädels und Jungs sind absolut gleich. Es gibt bei Mann und Frau sehr gute Einparker. Der Unterschied liegt nicht im Geschlecht, sondern im Mut. Man muss sich einfach mal trauen, auch in eine kleine Parklücke reinzufahren. Viele haben einfach Scham, das auszuprobieren. Da hilft nur üben, üben, üben.