Von Tobias Opitz

Fiat 500, oder: Mehr Auto muss eigentlich gar nicht sein.

Es gibt immer wieder Diskussionen zwischen Eltern und ihren Kindern, die eigentlich gar nicht geführt werden müssten. Einfach deshalb, weil das Ergebnis schon von Anfang an klar ist. Was die Eltern dann aber nicht merken und getrieben von Verantwortung und Sorge auf ihrem Standpunkt beharren. Dann, so wissen es Kinder schon in jungen Jahren, muss mit Taktik und vor allem Geduld gearbeitet werden - irgendwann verläuft die Aufregung im Sande und es kommt so, wie man es zu Beginn schon wusste.

fiat 500l; muschalla

Ein Freund, ein guter Freund: Fiat 500L (© Foto: Gudrun Muschalla)

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Es war Ende der sechziger Jahre, ich war 14, da gab es eine solche und in meinen Augen völlig überflüssige Diskussion zwischen meiner Mutter und mir. Was ich nicht verstand - wollte ich doch wirklich nicht mehr, als dass sie bei jeder Heimkehr oben an der Straße aus ihrem Fiat 500 aussteigt, die Einfahrt entlang zu Fuß geht und mich das Auto allein vors Haus rangieren lässt. Nach wenigen Tagen des Zögerns gab sie schließlich nach - und ich endlich Gas.

35, vielleicht 40 Meter pure Freiheit. Und am Ende der Einfahrt angekommen, immer wieder und damit immer gekonnter die schnelle Wende auf Gras mit dem Handbrems-Trick. Dass bei einer solchen Gelegenheit die hintere Stoßstange an dem Baum vor dem Haus hängen blieb, ist eigentlich einer Erwähnung nicht wert.

Eine smarte Idee

Die Erfolgsgeschichte dieser automobilen Legende begann im Juli 1957 - vorgestellt unter dem Namen Fiat Nuova 500 und legitimer Nachfolger des Fiat Topolino, der bereits 1936 der staunenden Öffentlichkeit gezeigt wurde und Italien mit einem Schlag mobil machte. Giovanni Agnelli, "Il Senatore", persönlich war es, der 1933 den Auftrag zur Entwicklung eines Kleinwagens gegeben hatte, die im Hause Fiat bis heute gepflegt wird - in unseren Tagen mit dem Panda. Noch immer möchte man voller Respekt sagen: eine smarte Idee.

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