Weltraumforschung Dunkle Kräfte im All

Kosmologen sind überzeugt, dass ein Energiefeld das Universum aufbläst wie einen Ballon - jetzt wurde die Existenz der Dunklen Energie auch im jungen Universum nachgewiesen.

Von Thomas Bührke

Die Dunkle Energie sieht man nicht, sie verrät sich nur durch ihre Wirkung. Amerikanischen Astronomen um Adam Riess ist es gelungen, die Existenz der Dunklen Energie auch im jungen Universum nachzuweisen. Hierfür war es nötig, die Expansionsgeschwindigkeit des Raumes bis in frühe Zeiten zu messen. Möglich wurde dies, indem die Forscher unterschiedlich weit entfernte explodierende Sterne, Supernovae, beobachteten (www.sueddeutsche.de/hubble). Der Blick in die Tiefe des Raumes ist wegen der Lichtlaufzeit auch ein Blick in die Vergangenheit. Die Supernovae kann man sich wie Leuchttürme vorstellen, die die Ausdehnung des Universums zu verschiedenen Zeiten markieren.

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Das Hubble-Teleskop

Riess und Kollegen entdeckten mit dem Weltraumteleskop Hubble 24 Supernovae, von denen die entfernteste vor neun Milliarden Jahren explodierte. Aus den Daten schließen die Wissenschaftler, dass die Dunkle Energie schon im jungen Universum existiert hat. Sie unterstützte den Urschwung, den das Universum im Urknall erhalten hatte. Gleichzeitig wirkte aber die Schwerkraft aller Materie der Ausdehnung entgegen. Nach jüngsten Beobachtungen war anfangs die Schwerkraft stärker, doch vor fünf bis sechs Milliarden Jahren gewann die Dunkle Energie die Oberhand. Seitdem dehnt sich das Universum beschleunigt aus und wird dies auch weiter tun. Worum es sich bei der Dunklen Energie handelt, ist ungeklärt. Die Nasa plant derzeit ein Weltraumteleskop zu bauen, mit dem Kosmologen speziell nach fernen Supernovae suchen wollen.