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Serie Geheimbünde - Teil IV:Der Ku-Klux-Klan

Alle einheimischen, weißen, protestantischen Männer ab 16 Jahren konnten Mitglied der neuen Organisation werden. Schwarze und Katholiken waren ausgeschlossen.

Ku-Klux-Klan-Mitglieder 1872.

(Foto: Foto: oh)

Nach 1921 erlebte der Klan einen großen Zustrom an Mitgliedern und gewann landesweit politisch an Einfluss. 1924, auf dem Höhepunkt seiner Macht, hatte der Klan schätzungsweise drei Millionen Mitglieder.

Streitigkeiten und Abspaltungen, Mitgliederschwund sowie die Weltwirtschaftskrise führten zum erneuten Ende des Geheimbundes. Der damalige Klanführer Wesley H. Evans (1881-1966) verkaufte die Organisation, deren neue Führer sich mit den Nationalsozialisten zu verbünden versuchten.

1944 konnte der Klan seine Steuerschuld nicht begleichen und löste sich formell auf. Nach dem Krieg wurden die Aktivitäten wieder aufgenommen, die breite Öffentlichkeit wandte sich allerdings gegen die Organisation und forderte ihre Abschaffung.

Der Klan erlitt in seiner nationalen Hochburg Georgia einen empfindlichen Rückschlag, als der Bundesstaat 1947 die Klan-Charta aufhob. Danach löste sich der Ku- Klux-Klan in zahlreiche unabhängige, miteinander konkurrierende Gruppierungen auf.

Noch immer brennen Kirchen

Diese wurden auch in den nördlichen Bundesstaaten tätig, um die Vorrechte der weißen, protestantischen, angelsächsischen Bevölkerung gegenüber andersfarbigen, andersgläubigen und sonstigen Bevölkerungsgruppen aufrechtzuerhalten.

Nach der Verabschiedung des US-Bürgerrechtsgesetzes von 1964 verzeichnete der Klan erneut einen merklichen Zuwachs an Mitgliedern und hatte 1965 schätzungsweise 40.000 Mitglieder.

Er wurde besonders aktiv und für viele Bombenattentate und Morde in dieser Zeit verantwortlich gemacht. Trotz seines vergeblichen Versuchs, die Durchsetzung der Bürgerrechtsgesetze im Süden der USA gewaltsam zu verhindern, blieb der Ku-Klux-Klan bis in die Gegenwart als kleine militante Gruppe bestehen und ging zum Teil Verbindungen mit rechtsextremistischen Organisationen ein.

Heute schätzt man die Mitgliederzahl auf etwa 7000. Seit 1995 bekämpft der Ku-Klux-Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden. In den letzten Jahren wurden mehr als 160 Kirchen meist afroamerikanischer Gemeinden durch Brandanschläge des Klans oder aus dessen rassistischem Umfeld zerstört.

Nächste Woche: Die Mafia

© sueddeutsche.de/mcs
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