Paläobiologie Mehr Echse als Dino

Die Rippen sind noch nicht zum Panzer verschmolzen: Die "Opaschildkröte".

(Foto: Rainer Schoch/dpa)

Paläontologen haben bei Schwäbisch Hall das Fossil der ältesten Schildkröte der Welt gefunden. Die 240 Millionen Jahre alte Ur-Schildkröte ist ein Bindeglied zu den Echsen.

Paläontologen haben bei Schwäbisch Hall das Fossil der ältesten Schildkröte der Welt gefunden. Diese 240 Millionen Jahre alte Ur-Schildkröte ist in der Abstammungsgeschichte ein bislang fehlendes Bindeglied zu den Echsen, berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam in Nature.

Die anatomische Konstruktion ermögliche es, Schildkröten in die nähere Verwandtschaft der Echsen, Krokodile und Vögel zu stellen. Das Fossil widerlegt die Hypothese, dass Schildkröten von sehr urtümlichen Sauriern abstammen. Die Ur-Schildkröte erhielt den Namen Pappochelys - Opaschildkröte. Die Wissenschaftler sehen in ihr einen sogenannten Missing Link.

Der Ursprung der Schildkröten ist wegen fehlender Fossilfunde kontrovers diskutiert worden. Bisher galt die 220 Millionen Jahre alte Ur-Schildkröte Odontochelys aus China als ältester Nachweis der panzertragenden Reptilien. Bei ihr ist der Bauchpanzer bereits vollständig verknöchert, während der Rückenpanzer nur aus verbreiterten Rippen bestehe.

Die Opaschildkröte lebte in und um einen kleinen Süßwassersee. Vermutlich habe sie sich - ähnlich wie heutige Galápagosechsen - gern im Wasser aufgehalten. Ihre schwer gebauten Rippen und Bauchrippen deuten darauf hin, dass sie tiefer tauchen konnte als gewöhnliche Echsen.