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Hirnforschung:Lügen haben lange Leitungen

Mit Kernspin-Tomographen rühren Wissenschaftler erstmals zielgenau an den Schutzmechanismus der Gedankenfreiheit und spüren Lügen da auf, wo sie entstehen: im Gehirn.

Spätestens als Vierjähriger ist der Mensch so frei. Er genießt das Privileg geheimer Gedanken. In diesem Alter lernen Kinder, zwischen ihrem eigenen Wissen und dem anderer Menschen zu unterscheiden, wie Psychologen an der Universität Osnabrück jüngst in Versuchen nachgewiesen haben.

MRT-Aufnahmen

Bilder aus einem Magnetresonanz-Tomographen zeigen Aktivitäten bestimmter Hirnregionen an.

(Foto: Foto: AP)

Fortan kann das Kind Informationen gezielt für sich behalten oder etwas anderes sagen, als es denkt, um heikle Situationen zu meistern: 200-mal am Tag lügt der Mensch, schätzen Sozialforscher - und mancher erlangt darin wahre Meisterschaft: ohne verräterische Augenbewegung und Mimik, ohne Hitzewallungen, ohne Veränderungen der Stimme, erhöhte Herzrate oder Atemfrequenz, ohne veränderten galvanischen Hautwiderstand.