Fund in Jerusalem Grab des Herodes entdeckt

In der Bibel trat der König von Judäa als Kindermörder von Bethlehem auf - vor ihm flohen Maria und Josef mit Jesus nach Ägypten. In Jerusalem hat ein israelischer Archäologe nun das Grab des Herrschers entdeckt.

Das Grab soll zwölf Kilometer südlich der Stadt liegen. Dies bestätigte die Hebräische Universität von Jerusalem heute. An der Fundstelle wurde vor mehr als 2000 Jahren der Festungspalast Herodium angelegt.

Das Herodium (hier ein Archivbild von 1985) liegt zwölf Kilometer südlich von Jerusalem.

(Foto: Foto: dpa)

Nach Angaben des Archäologe Ehud Netzer, der die Grabungen leitete, entdeckten die Forscher vor drei Wochen Teile des Sarkophages des Herodes. "Uns wurde klar, dass wir sein Grab gefunden hatten", erklärte Netzer heute auf einer Pressekonferenz. Der Professor der Hebräischen Universität gilt als Herodes-Experte und hat seit 1972 in der Festung Herodium nach dessen Ruhestätte gegraben.

Herodes der Große regierte Judäa als von Rom eingesetzter König von etwa 40 bis vier vor Christus. Der Bibel zufolge ließ er nach der Geburt Jesu alle neugeborenen Knaben Bethlehems töten, weil er durch das prophezeite Erscheinen des Messias einen Machtverlust fürchtete. Der Schrift zufolge veranlasste dies Josef und Maria, mit dem Jesuskind nach Ägypten zu fliehen.

Der König war auch für den Ausbau des Tempels und den Neubau des Palastes in Jerusalem verantwortlich und ließ eine Wasserleitung für die Stadt errichten. Sein Grab wird bereits in den Berichten des Geschichtsschreibers Flavius Josephus beschrieben.

Die letzte Ruhestätte des Herodes wurde bereits lange im Herodium vermutet - die Ausgrabungen waren jedoch über Jahrzehnte ergebnislos verlaufen.