Zur Rose:DocMorris-Firma an der Börse erfolgreich

Die schweizerische Versandapotheke Zur Rose hat einen guten Start an der Börse hingelegt. Mit 140 Franken waren die Papiere ohnehin teuer gestartet, stiegen aber am ersten Handelstag nochmals deutlich.

Von Charlotte Theile, Zürich

Die schweizerische Versandapotheke Zur Rose hat am Donnerstag einen guten Start an der Börse hingelegt. Mit 140 Franken waren die Papiere ohnehin teuer gestartet, stiegen aber am ersten Handelstag nochmals deutlich und lagen bei Redaktionsschluss bei etwa 150 Franken (137 Euro). In Deutschland kennt man vor allem die Tochter DocMorris: Als Online-Apotheke, die alteingesessenen Pharmazeuten mit ihren Rabattschlachten empfindlich Konkurrenz macht. Allein im ersten Quartal 2017 hat sie in Deutschland eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent erzielt.

Die aus den Niederlanden stammende Firma gehört seit einigen Jahren der Zur Rose AG. An der Börse wollte das Unternehmen aus Frauenfeld mindestens 180 Millionen Euro für geplante Investitionen in Europa einsammeln, was auch geklappt hat. Potenzial sieht Zur Rose vor allem auf dem deutschen Markt: Mit "20 Millionen chronisch Erkrankten" biete der Markt "substanzielle Expansionsmöglichkeiten", hieß es zum Börsengang. Dass sich die Versandapotheke so sehr auf das Geschäft in Deutschland fokussiert, hängt mit einem Grundsatzurteil zusammen, das der Europäische Gerichtshof im Oktober 2016 fällte. Es besagt, dass ausländische Versandhändler deutschen Kunden Rabatte gewähren dürfen. Das Gesundheitsministerium von Hermann Gröhe (CDU) bekämpfte dieses Urteil, wollte den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten verbieten lassen. In der Koalition konnte man sich damit nicht durchsetzen.

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