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Zollstreit:Auto-Chefs fliegen wohl doch  in die USA

Eine Einladung an Daimler, VW und BMW kam von der US-Botschaft in Berlin. Unter dem Eindruck der Abbaupläne des amerikanischen Autobauers General Motors drängt US-Präsident Trump nun offenbar doch schnell auf Autozölle.

Inmitten der Drohung von US-Präsident Donald Trump über die Verhängung von höheren Zöllen auf Autoimporte lädt das Weiße Haus nun die deutschen Hersteller wohl doch direkt zum Gespräch. Die US-Regierung habe Volkswagen, Daimler und BMW für den kommenden Dienstag eingeladen, bestätigten Konzernkreise gegenüber der SZ eine Vorabmeldung des Handelsblatts. Es gebe "Mailverkehr" mit der US-Administration und es kristallisiere sich der kommende Dienstag als möglicher Termin heraus, war am Abend zu erfahren. Aus Sicht der deutschen Automanager geht es vorrangig darum, drohende US-Strafzölle für Autoimporte zu verhindern. Die Bundesregierung sei über den Termin informiert, hieß es. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hatte zuvor gesagt, er gehe davon aus, dass die US-Regierung in Kürze Sonderzölle auf Autoimporte verhängen könnte.

Trump hatte am Mittwoch erklärt, es würden mehr Autos in den USA gebaut, wenn es einen Einfuhr-Zoll von 25 Prozent gäbe. Volkswagen und Daimler wollten mit ihren Vorstandschefs Herbert Diess und Dieter Zetsche teilnehmen. BMW schicke wohl Produktionsvorstand Oliver Zipse. Die Einladung sei vom US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, gekommen. Dieser habe den Konzernen mitgeteilt, dass an den Gesprächen der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Handelsminister Wilbur Ross teilnehmen würden. Die Verhandlungshoheit über Zölle liegt bei der EU-Kommission und damit bei EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und nicht bei den Managern. In Berlin sei man deshalb bemüht, nicht den Eindruck zu erwecken, die Autobosse handelten im eigenen Auftrag. Bundeskanzlerin Angela Merkel werde das Thema mit Trump am Rande des G20-Gipfels ab Freitag in Argentinien ansprechen.

Trump nimmt unter dem Eindruck der Pläne von General Motors zum Abbau Tausender Stellen in den USA zunehmend die gesamte Autoindustrie ins Visier. Er hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli zugesagt, auf höhere Auto-Zölle vorläufig zu verzichten und stattdessen über den Abbau von Handelsbarrieren zu verhandeln.