bedeckt München
vgwortpixel

Wissenschaftsverlag:BC Partners kauft Springer Science

Doch kein Börsengang: Der Berliner Wissenschaftsverlag Springer Science geht nun doch an einen Finanzinvestor. Die britische Beteiligungsgesellschaft BC Partners hat ein attraktives Angebot vorgelegt.

Der Wissenschaftsverlag Springer Science+Business Media geht nach zähen Verhandlungen nun doch erneut an einen Finanzinvestor und nicht an die Börse. Die britische Beteiligungsgesellschaft BC Partners greift nach der zwischenzeitlichen Ankündigung des Börsengangs schließlich doch noch für etwa 3,3 Milliarden Euro zu, wie die beteiligten Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Verkäufer des renommierten Fachverlags sind der schwedische Finanzinvestor EQT sowie der singapurische Staatsfonds GIC.

In der vergangenen Woche waren die Beteiligten im Streit über den Verkaufspreis ohne Lösung auseinander gegangen, EQT hatte daraufhin am Freitag mitgeteilt, sich ausschließlich auf einen Börsengang zu konzentrieren. Dem Vernehmen nach haben sich die Unternehmen nun in der Mitte getroffen.

EQT hatte Medienberichten zufolge ursprünglich einen Verkaufspreis von 3,5 Milliarden Euro ins Auge gefasst, BC Partners wollte wohl nur 3,1 Milliarden Euro zahlen. Der Verkaufspreis enthält auch eine erfolgsabhängige Komponente, durch die EQT weiter an Gewinnen von Springer Science verdient.

Haank hatte den Börsengang favorisiert, auch um Geld für neue Online-Aktivitäten einzusammeln. "BC Partners kam allerdings mit einem Angebot und einer sehr attraktiven Bewertung auf uns zu", sagte EQT-Partner Marcus Brennecke. Der Abschluss des Verkaufs wird nun im August erwartet. 2010 hatten EQT und GIC den Fachverlag für 2,3 Milliarden Euro gekauft. Springer Science vertreibt vor allem wissenschaftliche Zeitschriften, Datenbanken und Bücher an Hochschulbibliotheken sowie Forschungseinrichtungen.

Nach der niederländisch-britischen Reed Elsevier gilt er weltweit als zweitgrößter Verlag für Wissenschaft, Technik und Medizin. Der Berliner Verlag gibt etwa 2200 Zeitschriften und mehr als 8000 neue Buchtitel im Jahr heraus. 2012 steigerte Springer seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 976,3 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte ebenfalls um 12 Prozent auf 344 Millionen Euro zu. Die Gruppe hat weltweit mehr als 7000 Mitarbeiter.