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Warenhäuser:Staatskredit für Galeria?

Der kriselnde Warenhausriese Galeria Karstadt Kaufhof könnte einem Insider zufolge in der Corona-Pandemie staatliche Hilfe erhalten. Der Konzern habe Hilfen beantragt und habe gute Chancen, diese auch zu bekommen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag. Eine Entscheidung werde bald erwartet. Zuvor hatte bereits das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, Galeria habe sich mit der Bundesregierung grundsätzlich auf einen Staatskredit verständigt. Die Transaktion sei aber noch nicht endgültig bewilligt. Dem Insider zufolge geht es bei dem Kredit um mehrere Hundert Millionen Euro.

Der Konzern hatte sich Insidern zufolge bereits zu Beginn der Corona-Krise erfolglos um Staatshilfen bemüht und war dann in ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung geflüchtet. Nach dem Ende des Insolvenzverfahrens im September hatte das Unternehmen auf einen Neubeginn gesetzt.

Galeria Karstadt Kaufhof gehört der Signa Holding des österreichischen Investors René Benko. Benko feilt offenbar gerade an Plänen, sein Immobiliengeschäft mit einer Anleihe im Volumen von rund 300 Millionen Euro aufzupeppen. Die Firma Signa Prime Selection AG, die sich im Mehrheitsbesitz von Benko befindet, spricht unterrichteten Kreisen zufolge mit mehreren Banken über die Platzierung der Anleihe. Signa erörterte zuletzt mit den Banken Pläne, diese Anleihe mit Immobilienvermögen zu unterlegen und diese Sicherheiten gegenüber anderen Gläubigern abzugrenzen, hieß es weiter.

Prime gehören Immobilien im Wert von 13 Milliarden Euro. Zu den bekanntesten zählen die Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München, das Alsterhaus in Hamburg sowie das Park Hyatt mit der Shoppingmeile Goldenes Quartier in Wien.

© SZ vom 26.01.2021 / Reuters/Bloomberg
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