Volkswagen Neues Modell speziell für China

In der Volksrepublik sinkt der VW-Absatz. Jetzt will der deutsche Autobauer offenbar mit einem neuen Modell den Markt zurückerobern und seine Position in China besonders im Privatkundengeschäft festigen.

Volkswagen hat im ersten Halbjahr deutlich weniger Autos in China abgesetzt als geplant. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, verkaufte VW sechs Prozent weniger Autos als im Vorjahreszeitraum, obwohl der Gesamtmarkt um 28 Prozent gewachsen ist.

VW leidet in China nicht nur unter sinkenden Absatzzahlen, sondern auch unter sinkenden Preisen.

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Jörg Blecker, Chef des (zusammen mit dem chinesischen Partner SAIC betriebenen) Joint-Ventures Shanghai Volkswagen, hat im Gespräch mit der WirtschaftsWoche ein Sofortprogramm zur Umstrukturierung der chinesischen VW-Tochter mit dem Titel "BaseZERO" und den Bau eines neuen VW-Modells speziell für den chinesischen Markt angekündigt.

Das Volumenmodell Santana, das in Deutschland bereits vor zehn Jahren ausgemustert wurde, wolle Shanghai Volkswagen möglichst bald ersetzen. VW arbeite an einem Auto speziell für den chinesischen Markt, sagte Blecker der Wirtschaftswoche.

Ende 2005 solle das chinesische VW-Modell auf den Markt kommen und die Position der Deutschen neu festigen. Außerdem solle noch in diesem Jahr in Shanghai der geräumige und moderne Touran vom Band laufen.

Der VW-Manager räumt ein, dass Shanghai Volkswagen sich zu lange auf Großbestellungen für staatliche Fuhrparks verlassen und das Privatkundengeschäft vernachlässigt habe.

Während Privatleute vor vier Jahren erst 15 Prozent aller Autos in China kauften, sei ihr Anteil mittlerweile auf 70 Prozent gestiegen. Darauf sei VW ungenügend eingestellt gewesen, so Blecker.

VW leide in China nicht nur unter sinkenden Absatzzahlen, sondern auch unter sinkenden Preisen, schrieb das Magazin weiter. Nach elf Prozent im vergangenen Jahr seien 2004 die Preise noch einmal um neun Prozent gesunken.

VW-Manager Blecker sagte zur WirtschaftsWoche, wer am Ende an der Spitze stehen werde, sei völlig offen. Deswegen müsse man alles vergessen und völlig von vorne anfangen.

VW sei dabei, völlig neue Managementstrukturen zu implementieren. Ein neues Gehalts- und Bonussystem sei bereits eingeführt, die Kosten würden nun mit internationalem Benchmarking überprüft. Bis zur vollständigen Umsetzung benötige VW knapp zwei Jahre, sagte Blecker dem Magazin.