Verbände-Protest:Gegen Patente auf Bier

Nichtregierungsorganisationen haben die dänische Brauerei Carlsberg attackiert. Das Unternehmen missbrauche europäisches Patentrecht. Das Bierbrauen beruhe schließlich auf einer jahrhundertealten Tradition, worauf es keinen Anspruch geben dürfe.

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen haben die dänische Brauerei Carlsberg aufgefordert, drei Patente auf Bier zurückzuziehen. "Auf Bier und Braugerste darf es keine Patente geben. Das Züchten von Pflanzen und das Bierbrauen beruhen auf jahrhundertealter Tradition", erklärte die Vereinigung "Keine Patente auf Saatgut". Die Organisationen aus mehreren europäischen Ländern, darunter Umwelt- und Kleinbauernverbände, warfen Carlsberg in einem offenen Brief vor, das europäische Patentrecht zu missbrauchen. Das Europäische Patentamt in München vergab in diesem Jahr drei Patente an Carlsberg - zwei basieren laut den Kritikern auf zufälligen Mutationen im Erbgut der Gerste, die sich deswegen besonders gut fürs Bierbrauen eignet. Das dritte Patent beruht demnach auf einer Kombination der Eigenschaften dieser Gerste durch weitere Züchtung. Jedes Patent umfasse die Pflanze, deren Ernte, den Prozess des Brauens, Produkte wie Malz und Würze sowie jegliche auf diese Weise produzierte Getränke. Carlsberg argumentiere, es wolle die Gerste einsetzen, um beim Brauen Energie zu sparen und das Klima zu schonen. "Wenn das wirklich die Absicht von Carlsberg ist, sollte die Firma aber nicht Patent-Monopole auf Lebensmittelpflanzen beanspruchen", kritisierte die österreichische Organisation Arche Noah.

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