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Urabstimmung im Tarifstreit:Post-Mitarbeiter votieren für Streik

Mit überwältigenden 93,1 Prozent haben die Post-Mitarbeiter für einen Streik gestimmt. Damit kann die Gewerkschaft Verdi gestärkt in die laufenden Verhandlungen mit der Post gehen.

Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten bei der Deutschen Post haben mit großer Mehrheit für einen möglichen Streik ab Freitag gestimmt.

Bei der Urabstimmung votierten 93 Prozent der Verdi-Mitglieder bei der Post für einen unbefristeten Arbeitskampf, wie die Gewerkschaft am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Ein Ergebnis zeichnet sich ab

Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft am Mittwoch in Berlin mit. Die Verhandlungen waren am 19. April für gescheitert erklärt worden. Daraufhin hatte Verdi die Urabstimmung eingeleitet und einen unbefristeten Arbeitskampf ab kommenden Freitag vorbereitet.

Mit dem Abstimmungsergebnis erhöht Verdi den Druck auf den Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen, die beide Tarifparteien am Morgen wieder aufgenommen hatten. Dabei zeichnete sich kurzfristig ein Ergebnis ab.

Die Gewerkschaft lud für Mittwochnachmittag zu einer Pressekonferenz nach Köln ein. Sie wollte über die aktuelle Situation und eventuelle Beschlüsse einer Sitzung des Tarifkommission informieren. Die Kommission sollte das mit der Post erzielte Verhandlungsergebnis bewerten.

Zuversicht auf beiden Seiten

Beide Seiten hatten sich zuversichtlich gezeigt, noch eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden, mit der ein von ver.di für Anfang Mai geplanter großer Streik in letzter Minute abgewendet werden würde. Bei dem Verhandlungspaket geht es um Kündigungsschutz, Arbeitszeiten und die Anhebung der Löhne.

Verdi fordert den Verzicht der Post auf eine Arbeitszeitverlängerung für die Angestellten und Beamten sowie sieben Prozent mehr Geld. Die Post will die derzeitige Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden für die 130.000 Tarifangestellten um eine halbe Stunde, für die 55.000 Beamten um anderthalb Stunden erhöhen. Sie bietet 5,5 Prozent mehr Lohn. Vom Ausgang der Tarifverhandlungen hängt ab, ob es ab Freitag tatsächlich zu unbefristeten Streiks bei der Post kommt.

© sueddeutsche.de/AFP/dpa/jkr
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