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Themen & Trends:Auf geht's

In Saarbrücken verbindet die Uni Lernen und Start-up-Gründen. In Kenia soll Internet aus der Luft helfen, die Corona-Krise zu meistern. Die Deutschen telefonieren mehr.

Praxistauglich: Studieren und gleichzeitig unternehmerisches Denken trainieren, das will die Universität des Saarlandes mit ihrem Studiengang Entrepreneurial Cybersecurity vereinen. Ziel des noch jungen Master-Studiengangs ist es, "während des Studiums eigene Gründungsideen zu entwickeln und umzusetzen". Diese Mischung aus Studieren und Gründen sei weltweit einzigartig. Die Studentinnen und Studenten arbeiten dabei von Anfang an in Gruppen an Geschäftsideen zu Themen der IT-Sicherheit. Ein Produkt, das dabei entwickelt wurde, ist ein Minicomputer, der Geräte im vernetzten Heim überwacht und prüft, ob sie gehackt wurden.

Systemrelevant: Die Verbände der Telekommunikationsnetzbetreiber haben von der Bundesregierung eine einfache und bundesweit einheitliche Sondergenehmigung gefordert, "die ihnen auch im Fall noch weiterreichender Einschränkungen gestattet, für die Sicherstellung des Netzbetriebs zu sorgen", heißt es in einem Schreiben an die Regierung. Der Bund und die Länder werden darin aufgefordert, den Zugang von Servicetechnikern zu Anlagen der Sprach- und Datenkommunikation sowie der Fernseh- und Radioübertragung sicherzustellen. Denn "die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Verwaltung, die Tätigkeit von Sicherheitsbehörden, die Verhinderung von Versorgungsengpässen, die wirtschaftliche Tätigkeit der Industrie und vieler Unternehmen, ebenso wie das mobile Arbeiten und die private Kommunikation hängen von einem einwandfreien Funktionieren der Telekommunikationsnetze ab".

Luftgestützt: In Kenia sollen schon bald Ballons das Internet auch in entlegene Gegenden bringen, um im Kampf gegen das Corona-Virus Krankenstationen in weit entfernten Regionen mit den großen Kliniken zu vernetzen. Realisiert wird es von Loon, einer Firma der Google-Mutter Alphabet, und Telkom Kenia. Das Projekt soll aber auch der Grundstein für die technische Weiterentwicklung des Landes werden, wenn die Krise überwunden ist. Das Projekt soll in einigen Wochen starten, drei Bodenstationen sind bereits fertig.

Übers Festnetz: In Deutschland wird in Zeiten der Corona-Krise mehr und länger telefoniert. Alle drei großen Telekommunikationsnetzbetreiber berichten von einem deutlichen Anstieg und einer längeren durchschnittlichen Dauer der Telefonate. Die Anzahl und Länge der Telefonate sei in der vergangenen Woche gegenüber einem normalen Werktag um rund ein Drittel gestiegen, heißt es von Telefónica. Bei Vodafone fällt der Anstieg noch deutlicher aus: Im Festnetz gab es im Netz des Düsseldorfer Konzerns rund 45 Prozent mehr Telefonate, im Mobilfunk rund 38 Prozent mehr Gespräche im Vergleich zu üblichen Tagen. Beim mobilen Surfen hingegen beobachtet Vodafone einen Rückgang. "Deutschland surft im Wlan und telefoniert wieder mehr", schreibt das Unternehmen in einem Newsticker.

Auch die Deutsche Telekom bestätigt einen Anstieg der Telefonminuten, nennt allerdings keine konkreten Zahlen.

© SZ vom 25.03.2020 / dpa, ma
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