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Stimmung in der deutschen Wirtschaft:Ifo-Index steigt überraschend

Trotz Ukraine-Krise und entgegen der Erwartungen hat sich der Geschäftsklimaindex verbessert. Im März waren deutsche Manager noch pessimistischer.

Die deutsche Wirtschaft lässt sich von der anhaltenden Krise in der Ukraine nicht verunsichern. Die Stimmung der deutschen Unternehmen verbesserte sich trotz der wachsenden Spannungen mit Russland überraschend wieder. Nach einem Rückgang im März stieg der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts von 110,7 auf 111,2 Punkte. Fachleute hatten eigentlich mit einem weiteren Dämpfer für die insgesamt ohnehin gute Stimmung gerechnet.

"Trotz der Krise in der Ukraine setzt sich die positive Grundstimmung durch", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte bewerteten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten besser als zuletzt. "Deutschland befindet sich im Aufschwung", ergänzte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zu Reuters. "Die Auftragsbücher sind voll, der Export funktioniert."

Die Krise zwischen Russland und dem Westen wirke sich im Moment zwar nicht auf die deutsche Wirtschaft aus. "Sie ist aber ein Faktor im Hintergrund", betonte Wohlrabe. DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle äußerte sich positiv, dass der Konflikt, die Zuversicht der Unternehmen nicht belaste. "Für den Fortgang des Aufschwungs ist das ganz wesentlich, denn verunsicherte Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück."

In der Industrie ist die Stimmung so gut wie seit Juli 2011 nicht mehr. Die Betriebe schätzen ihre Perspektiven deutlich optimistischer ein. "Die Exportaussichten bleiben weiterhin gut", erklärte das Ifo-Institut. Am Bau hellte sich die Stimmung leicht auf, im Großhandel sogar deutlich. Im Einzelhandel sank das Barometer zwar leicht, bleibt nach Ifo-Angaben aber auf hohem Niveau.

© SZ.de/Reuters/AFP/dpa/fran

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