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Springer auf Personalsuche:Kollektion kluger Köpfe

Roger Köppel wird neuer Chef der Tageszeitung "Die Welt".

Der Mann ist in der Schweiz durchaus umstritten, aber er fiel auf - auch in Deutschland. Roger Köppel, 38, machte aus der traditionell links-liberalen Weltwoche ein Neo-Konservativen-Leitorgan, das regelmäßig Tabubrüche wagt.

Manche erinnerte die Arbeit an die Endphase der Wochenpost Mitte der Neunziger unter Mathias Döpfner. Inzwischen ist Döpfner Vorstandschef der Axel Springer AG und sammelt kluge Köpfe aus dem liberalen Spektrum - manche eher links, manche eher rechts.

So wird dem Haus ein politischer Soupcon genommen; die Veranstaltung wirkt binnenplural. Neuster Zugang ist eben jener Roger Köppel, der sich so mit in die wachsende Riege eidgenössischer Medienmacher in der Berliner Republik fügt.

Wohl zur Jahresmitte wird der ehemalige NZZ-Redakteur, der sich als einen der wenigen kompromisslos liberalen Journalisten des Landes bezeichnet, nach Berlin in die Chefredaktion der Welt wechseln.

Der dort amtierende Jan-Eric Peters wechselt zum 1. April 2005 auf einen Herausgeberposten, der auch das Welt-Schwesterblatt Berliner Morgenpost umfasst.

Bei dem Hauptstadtblatt steigt schon bald Carsten Erdmann, bisher Hamburg-Chef der Welt, zum Chefredakteur auf. Einstweilen ist er wie Köppel dem Verantwortlichen Peters unterstellt.

Mit den Rochaden endet die Amtszeit des ehemaligen ZDF-Intendanten Dieter Stolte als Welt-Herausgeber. Der Publizist, der etwa Kommentare beisteuerte sowie bei Anzeigenkunden und Meinungsmultiplikatoren wirken sollte, scheidet Ende März 2005 mit Ablauf des Vertrags aus dem Verlag aus.