Sexuelle Diskriminierung Wal-Mart droht Sammelklage von 1,6 Millionen Frauen

Ein US-Gericht hat eine Sammelklage gegen Wal-Mart zugelassen. Das eröffnet bis zu 1,6 Millionen Frauen rechtliche Schritte gegen die Supermarktkette. Ihr möglicher Vorwurf: Frauen erhalten für die gleiche Arbeit weniger Lohn.

Der US-Warenhauskonzern Wal-Mart ist weiterhin mit einer Sammelklage wegen Diskriminierung weiblicher Mitarbeiter konfrontiert.

Anwalt Brad Seligman holte für seine Mandantin Betty Dukes (rechts) einen Etappenerfolg vor Gericht heraus.

(Foto: Foto: AP)

Ein Appellationsgericht in San Francisco entschied am Dienstag, die bis zu 1,5 Millionen Frauen betreffende Klage zuzulassen. Dem größten Arbeitgeber der Welt wird vorgeworfen, weibliche Angestellte bei der Bezahlung und der Beförderung gegenüber männlichen Kollegen benachteiligt zu haben.

Wie die New York Times berichtet, schätzen die Anwälte die möglichen Entschädigungszahlungen auf mehrere Milliarden Dollar, die nachträglich an Frauen ausgezahlt werden müssten, die seit 1998 bei der Supermarkt-Kette beschäftigt waren.

Eingereicht von sieben Frauen

Angestrengt wurde die Klage laut Zeitung von sieben Frauen, die im Namen aller weiblichen Angestellten von Wal-Mart Klage einreichten.

Als Gründe dafür geben sie an, dass sie bei Stellenausschreibungen konsequent ignoriert wurden und immer männliche Kollegen den Vorzug bekamen: "Es wurden Männer in leitende Filialpositionen befördert, die weniger als 90 Tage Joberfahrung hatten", meint Betty Dukes, 65 im Interview.

Die Richter bestätigten mit ihrer Entscheidung eine vorhergehende Entscheidung eines anderen Gerichts, das die Sammelklage erstmals 2004 zuließ. Wal-Mart hatte sich stets dagegen gewehrt mit der Begründung, die mehr als 3.400 US-Filialen würden weitgehend unabhängig verwaltet, was nur Klagen gegen einzelne Filialen ermöglicht hätte.

Nach dem aktuellen Gerichtsentscheid erklärte Wal-Mart, man werde erneut Berufung einlegen. Dies könnte den Beginn eines Verfahrens um weitere Monate verzögern.

Das Unternehmen mit Sitz in Bentonville im US-Staat Arkansas beschäftigt zurzeit 1,3 Millionen Menschen. Der Sammelklage schlossen sich auch zahlreiche ehemalige Mitarbeiterinnen an.