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Rostoffe, Devisen:Bitcoin bei Anlegern gefragt

Für die Cyberwährung Bitcoin geht es weiter bergauf. Analysten rechnen aber bald mit Gewinnmitnahmen. Nach kräftigen Vortagesgewinnen gibt die türkische Lira wieder nach.

Die Ölpreise haben am Freitag im späten Handel zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg mit 45,16 Dollar um 2,2 Prozent. Der Preis für US-Öl WTI verteuerte sich um ein Prozent auf 42,15 Dollar nach. Im Trend sind die Ölpreise in den vergangenen Tagen und Wochen gestiegen. Wichtigster Grund sind Hoffnungen auf einen oder mehrere wirksame Corona-Impfstoffe. Dadurch wird perspektivisch eine Stärkung der schwächelnden Rohölnachfrage erwartet. Auch Ölprodukte wie Benzin oder Diesel dürften davon profitieren. Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass die großen Rohölanbieter ihre Förderung langsamer normalisieren werden als bisher geplant. So wird damit gerechnet, dass der Ölverbund Opec+ seine für Anfang 2021 geplante Produktionsausweitung wegen der angespannten Corona-Lage um drei bis sechs Monate verschiebt.

Für den Bitcoin ging es weiter aufwärts. Die älteste und wichtigste Cyberdevise der Welt verteuerte sich um bis zu 4,9 Prozent auf 18 825 Dollar. Das Rekordhoch könne bald fallen, sagte Timo Emden von Emden Research. "Spätestens dann rechne ich verstärkt mit Gewinnmitnahmen."

Ende 2017 war Bitcoin an der Schwelle von 20 000 Dollar knapp gescheitert.

Nach den Verlusten vom Vortag war Gold bei Anlegern wieder gefragt. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls stieg um 0,3 Prozent auf 1873 Dollar. Silber stieg um 0,4 Prozent auf 24,19 Dollar.

Die türkische Lira gab einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder ab. Für einen Euro mussten mit 9,0408 Lira um 0,8 Prozent mehr bezahlt werden. Am Donnerstag hatte die Währung von einer drastischen Leitzinserhöhung der Notenbank profitiert. Mit der Maßnahme versuchen die Währungshüter, den jüngsten Kursverfall der Lira und die vergleichsweise hohe Inflation wieder in den Griff zu bekommen.

© SZ vom 21.11.2020 / rih, Reuters, dpa
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