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Rohstoffe und Devisen:Ölpreise rutschen ins Minus

In den USA wird ein Gesetz auf den Weg gebracht, das unerlaubte Preisabsprachen am Ölmarkt verhindern soll. Das drückt die Preise für Rohöl ins Minus. Am Devisenmarkt hält sich der Euro über 1,20 Dollar.

Die Preise für Rohöl haben am Dienstag anfängliche Gewinne wieder abgegeben. Die Sorten Brent und WTI verbilligen sich um bis zu drei Prozent auf 65,90 beziehungsweise 61,50 Dollar je Fass, nachdem sie zuvor etwa 1,5 Prozent im Plus gelegen hatten. Der Justizausschuss des US-Kongresses brachte ein Gesetz auf den Weg, dass Kartellklagen gegen die Opec und ihre Mitgliedsstaaten wegen unerlaubter Preisabsprachen ermöglicht. In den vergangenen Jahren waren ähnliche Initiativen mehrfach gescheitert.

Derweil hielt sich der Euro weiter über der Marke von 1,20 Dollar. Zeitweise stieg die Gemeinschaftswährung auf ein Sieben-Wochen-Hoch von 1,2079 Dollar und notierte am frühen Abend mit 1,2040 Dollar auf dem Niveau des Vortages. Der Euro profitiere von Fortschritten bei den Corona-Massenimpfungen hierzulande und dem Bekenntnis der US-Notenbank zu einer längerfristig lockeren Geldpolitik, sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Bei erneuten Zinserhöhungsspekulationen in den USA oder Rückschlägen bei der Pandemie-Bekämpfung in Europa könne sich das Blatt aber schnell wieder wenden.

Der schwächere Dollar trieb den Kupferpreis in die Höhe. Das Industriemetall stieg um mehr als ein Prozent auf 9483 Dollar je Tonne und näherte sich damit dem im Februar erreichten Zehn-Jahres-Hoch von 9617 Dollar. Ein schwächerer Dollar macht die in Dollar gehandelten Metalle billiger für Inhaber anderer Währungen.

Nach dem Kursrutsch am Wochenende brauchten Bitcoin-Anleger weiter starke Nerven. Die Cyberdevise geriet zunächst weiter unter Druck und gab bis zu fünf Prozent nach, machte dann aber im Handelsverlauf ihre Kursverluste wieder wett. Nach dem jüngsten Höhenflug war der Bitcoin-Kurs am Wochenende zeitweise um 14 Prozent eingebrochen. Als eine der größten Gefahren für Kryptowährungen sehen Börsianer derzeit eine mögliche strengere Regulierung.

© SZ vom 21.04.2021 / SZ, Reuters, dpa
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